Wheatley verlässt Audi nach nur zwei Rennen, während Aston Martin ruft

Wheatley verlässt Audi nach nur zwei Rennen, während Aston Martin ruft

Die kürzeste Flitterwochenphase der F1 Geschichte?

Jonathan Wheatley hat seinen Posten als Audi Teamchef mit sofortiger Wirkung verlassen, kaum ein Jahr nach seinem Amtsantritt und nur zwei Rennen nach Beginn der Saison 2026. Die offizielle Begründung von Audi spricht von 'persönlichen Gründen', was in der Sprache der Formel 1 in etwa bedeutet: 'Er hat einen Ort gefunden, an dem er lieber sein möchte'.

Dieser Ort ist laut der Gerüchteküche im Fahrerlager Aston Martin. Offiziell wurde von dem in Silverstone ansässigen Rennstall noch nichts bestätigt, und Lawrence Stroll tat die Berichte als 'Spekulation' ab. Aber wenn so viele angesehene Medien in dieselbe Richtung deuten, sollte man sich besser auf alles gefasst machen.

Von Red Bull Legende zur Audi Ungewissheit

Wheatleys Lebenslauf liest sich wie eine Best of Liste moderner F1 Erfolge. Er kam 2006 als Sportdirektor zu Red Bull und spielte eine zentrale Rolle in einer der dominantesten Ären des Sports. Er half dabei, acht Fahrerweltmeisterschaften (Sebastian Vettel von 2010 bis 2013, Max Verstappen von 2021 bis 2024) und sechs Konstrukteurstitel zu gewinnen.

Zuvor sammelte er Anfang der 1990er Jahre bei Benetton während der Glanzzeit von Michael Schumacher erste Erfahrungen. Der Mann weiß, wie man gewinnt, was seine Entscheidung, im April 2025 zum damaligen Sauber zu Audi Übergangsprojekt zu stoßen, im Nachhinein umso kurioser macht.

Nach zwei Rennen der Saison 2026 liegt Audi auf dem 8. Platz der Konstrukteurswertung. Der 9. Platz von Gabriel Bortoleto beim Großen Preis von Australien ist das bisherige Highlight der Saison. Das ist nicht gerade das, was man sich einrahmt und an die Wand hängt.

Warum Aston Martin Sinn ergibt

Die Puzzleteile fügen sich ziemlich sauber zusammen. Adrian Newey, der im November 2025 die Doppelrolle als Teamchef und technischer Geschäftsführer bei Aston Martin übernahm, tritt Berichten zufolge kürzer, um sich rein auf die Fahrzeugentwicklung zu konzentrieren. Beide Jobs gleichzeitig zu erledigen, erwies sich Berichten zufolge als zu große Ablenkung von der Ingenieursarbeit, für die er eigentlich eingestellt wurde.

Das hinterlässt eine Lücke auf dem Teamchef Posten bei Aston Martin. Und wer wäre besser geeignet, sie zu füllen, als ein Mann, mit dem Newey bei Red Bull fast zwei Jahrzehnte lang zusammengearbeitet hat? Die beiden wissen offensichtlich, wie man zusammenarbeitet, und Wheatleys organisatorische Expertise würde Newey den Rücken freihalten, damit er das tun kann, was er am besten kann: unverschämt schnelle Rennwagen entwerfen.

Es gibt auch das kleine Thema Geografie. Berichten zufolge möchte Wheatley aus der Schweiz zurück nach Großbritannien ziehen, und der Stützpunkt von Aston Martin in Silverstone würde diesen Wunsch ziemlich bequem erfüllen.

Aston Martins schwieriger Start in 2026

Es ist erwähnenswert, dass Aston Martins eigene Saison bisher ein einziges Desaster war. Die Honda Antriebseinheit ist von Vibrationsproblemen geplagt, die zu Ausfällen der Batteriezuverlässigkeit führen, und der AMR26 ist in beiden Auftaktrennen nicht ins Ziel gekommen. Es gab sogar Bedenken hinsichtlich der Gesundheit der Fahrer. Eine Umstrukturierung der Führungsebene fühlt sich in diesem Kontext weniger wie ein Luxus und mehr wie eine Notwendigkeit an.

Wie geht es weiter?

Bei Audi wird Mattia Binotto, der seit 2024 als Leiter des Audi F1 Projekts fungiert und zuvor Ferrari als Teamchef leitete, die Aufgaben von Wheatley mit sofortiger Wirkung übernehmen. Er wird beim Großen Preis von Japan am Ruder stehen.

Was Wheatley betrifft, so ist vor einer offiziellen Ernennung an anderer Stelle mit einer Freistellung zu rechnen. Ob er tatsächlich bei Aston Martin landet, bleibt zumindest offiziell unbestätigt. Aber die Zeichen stehen sehr deutlich an der Boxenmauer.

Eines ist sicher: Einen Job nach weniger als einem Jahr und nur zwei Rennen zu verlassen, ist ein mutiger Schritt. Aber wenn das Telefon klingelt und Lawrence Stroll am anderen Ende ist, geht man wahrscheinlich ran.

Lesen Sie den Originalartikel unter Quelle.

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Written by

Daniel Benson

Writer, editor, and the entire staff of SignalDaily. Spent years in tech before deciding the news needed fewer press releases and more straight talk. Covers AI, technology, sport and world events — always with context, sometimes with sarcasm. No ads, no paywalls, no patience for clickbait. Based in the UK.