Wales scheidet im Elfmeterschießen aus: Bosnien zerstört die WM-Träume in Cardiff

Wales scheidet im Elfmeterschießen aus: Bosnien zerstört die WM-Träume in Cardiff

Eine Nacht des Herzschmerzes im Cardiff City Stadium

Wer Welsh ist und Fußball liebt, sollte ernsthaft über ein weniger emotional zerstörerisches Hobby nachdenken. Stricken vielleicht. Oder Sudoku-Wettkämpfe. Irgendetwas, das kein Elfmeterschießen beinhaltet.

Wales' Traum von der WM 2026 fand am Donnerstagabend ein brutales Ende, als Bosnien-Herzegowina in letzter Minute den Ausgleich erzielte und danach das Play-off-Halbfinale im Cardiff City Stadium mit 4:2 im Elfmeterschießen gewann. 32.487 Zuschauer erlebten, wie alles in Echtzeit auseinanderbrach.

James bringt Wales in Führung

Für 35 herrliche Minuten sah alles wunderbar aus. Daniel James traf in der 51. Minute, Cardiff bebte. Craig Bellamys Mannschaft war im Aufwind, die Stimmung elektrisch, und ein WM-Platz wirkte verlockend nah.

Wales musste das Spiel zu Ende bringen. Wales brachte das Spiel nicht zu Ende.

Dzeko beweist: Alter ist nur eine Zahl

Auftritt Edin Dzeko. Der Mann wurde Anfang des Monats 40 Jahre alt, und dennoch stieg er in der 86. Minute auf, um nach einem Eckball von Kerim Alajbegovic eine Kopfball-Bombe ins Netz zu hämmern. Der Gästeblock explodierte vor Jubel, während jede walisische Seele im Stadion erlosch.

Es war Dzekos 73. Länderspieltor, womit er seinen eigenen bosnischen Rekord weiter ausbaute. In einem Alter, in dem die meisten Fußballer längst in Rente sind und TV-Experten spielen, bricht Dzeko noch immer Herzen auf der großen Bühne. Bemerkenswert trifft es kaum.

Das Elfmeter-Elend kehrt zurück

Die Verlängerung brachte keine Entscheidung, also kam es zu den gefürchteten Elfmetern. Für walisische Fans haben Elfmeter einen ganz besonderen Stachel. Dieses Team flog auch bei den Euro-2024-Play-offs vom Punkt raus. Der Blitz schlägt, wie sich herausstellt, doch zweimal ein.

Brennan Johnson schoss seinen Versuch über die Latte. Neco Williams sah seinen Schuss von Nikola Vasilj gehalten. Karl Darlow rettete gegen Ermedin Demirovic, aber es reichte nicht.

Die letzte Wendung? Es war der 18-jährige Alajbegovic, derselbe Spieler, der Dzekos Ausgleichstreffer per Ecke eingeleitet hatte, der nun den entscheidenden Elfmeter verwandelte. Jahrgang 2007. Lass das kurz sacken. Der Typ, der den Ausgleich vorbereitet hat, war noch nicht einmal geboren, als Dzeko sein erstes Länderspiel bestritt.

Was als Nächstes passiert

Bosnien-Herzegowina zieht ins Play-off-Finale gegen Italien am Dienstag, dem 31. März, ein und hat dabei Heimvorteil. Italien bezwang Nordirland 2:0 im anderen Halbfinale, also erwartet Bosnien eine harte Prüfung. Nach einer Leistung wie dieser werden sie sich aber einiges zutrauen.

Für Wales sieht die unmittelbare Zukunft deutlich weniger glamourös aus. Ein Freundschaftsspiel gegen Nordirland am Dienstag, gefolgt von einem langen Sommer voller Gedanken darüber, was hätte sein können. Bellamys Kader zeigte genug Qualität, um zu signalisieren, dass es in die richtige Richtung geht. Die grausame Realität aber ist, dass diese Richtung nicht zur Weltmeisterschaft führt.

Das Fazit

Dies war ein herzzerreißender Abend für den walisischen Fußball. Mit einer Führung und nur noch vier Minuten regulärer Spielzeit hatten sie das Ticket fürs Play-off-Finale schon fast in der Hand. Dzeko riss es ihnen weg, und das Elfmeterschießen begrub sie endgültig. Der Elfmeter-Fluch wird langsam zu einem echten psychologischen Problem, und solange Wales keinen Weg findet, ihn zu überwinden, werden sich solche Nächte wiederholen.

Bosnien hingegen verdient großen Respekt. Sie ließen sich nicht brechen, produzierten im entscheidenden Moment einen Zaubermoment und behielten vom Elfmeterpunkt aus die Nerven. Fußball kann manchmal wunderbar ungerecht sein.

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Written by

Daniel Benson

Writer, editor, and the entire staff of SignalDaily. Spent years in tech before deciding the news needed fewer press releases and more straight talk. Covers AI, technology, sport and world events — always with context, sometimes with sarcasm. No ads, no paywalls, no patience for clickbait. Based in the UK.