Val Kilmer kehrt aus dem Jenseits zurück – dank KI und einer zustimmenden Erbengemeinschaft
Val Kilmers Familie hat eine KI-Darstellung des Schauspielers fuer den Film As Deep as the Grave genehmigt. Was bedeutet das fuer die Zukunft des Kinos?
Es gibt einen Satz, den man nie zu tippen erwartet: Val Kilmer, der im April 2025 verstarb, spielt in einem neuen Film mit. Kein zusammengestückeltes Archivmaterial mit cleveren Schnitten. Kein flüchtiger Cameo-Auftritt aus alten Aufnahmen. Eine vollständige, generativ per KI erstellte Darstellung, mit dem Segen seiner Familie, fast ein Jahr nach seinem Tod. Willkommen in der Zukunft des Kinos, ob man darum gebeten hat oder nicht.
Die Geschichte hinter 'As Deep as the Grave'
Der Film, früher bekannt als Canyon Del Muerto, wird von Coerte Voorhees inszeniert und erzählt die wahre Geschichte von Ann Axtell Morris, die weithin als Nordamerikas erste weibliche Archäologin gilt, sowie von ihren Ausgrabungen im Canyon de Chelly in Arizona zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Es ist nach allem, was man hört, ein ernsthaftes und ambitioniertes Historienwerk.
Kilmer wurde im Oktober 2020 als Father Fintan besetzt, ein katholischer Priester und eingeborener amerikanischer Spiritualist. Die Hauptdreharbeiten begannen im darauffolgenden Monat. Das Problem? Kilmer, der seit etwa 2014 bis 2015 gegen Kehlkopfkrebs kämpfte, war schlicht zu krank, um ans Set zu kommen. Er drehte keine einzige Szene.
Er verstarb am 1. April 2025 im Alter von 65 Jahren. Als offizielle Todesursache wurde Lungenentzündung angegeben, mit Kehlkopfkrebs als Grunderkrankung. Der Film befand sich rund drei Jahre in der Postproduktion, und nun wurde Kilmers Darstellung dank generativer KI von Grund auf digital erschaffen.
Wie es funktioniert und warum seine Familie zugestimmt hat
Die KI-Rekonstruktion wurde in voller Zusammenarbeit mit Kilmers Nachlass durchgeführt, der von seiner Tochter Mercedes Kilmer betreut wird. Sie bot eine recht bewegende Erklärung an und bemerkte, dass ihr Vater "aufkommende Technologien stets mit Optimismus als Werkzeug betrachtete, um die Möglichkeiten des Geschichtenerzählens zu erweitern." Angesichts der Tatsache, dass Kilmer während seiner gesamten Karriere bekannt dafür war, neugierig und kreativ zu sein, klingt das stimmig.
Regisseur Voorhees hat auf eine bewegende Parallele hingewiesen: Father Fintan leidet in der Geschichte an Tuberkulose, was unbeabsichtigt Kilmers realen Kampf gegen Kehlkopfkrebs widerspiegelte. Ob man das rührend oder beunruhigend findet, sagt wahrscheinlich viel darüber aus, wie man zu diesem ganzen Unterfangen steht.
Das Projekt folgt den SAG-Richtlinien, und Kilmers Nachlass wurde entschädigt. Rechtlich und ethisch sind also alle Kästchen abgehakt. Emotional? Das ist noch einmal eine ganz andere Unterhaltung.
Eine Besetzung, über die es sich zu reden lohnt
Kilmer ist bei weitem nicht der einzige Anziehungspunkt. Zum Ensemble gehören Tom Felton (ja, Draco Malfoy), Abigail Breslin aus Little Miss Sunshine, Abigail Lawrie, der brillante Wes Studi, Tatanka Means, Finn Jones, Jacob Fortune-Lloyd und Ewen Bremner. Das ist eine wirklich beeindruckende Besetzung, die darauf hindeutet, dass die Filmemacher dies nicht als Gimmick behandeln.
Der ethische Elefant im Raum
Nicht alle sind begeistert. Die Reaktionen im Netz reichten von vorsichtiger Neugier bis hin zu blanker Empörung, wobei manche Fans erklärten, es sollte illegal sein, einen verstorbenen Schauspieler per KI zu rekonstruieren. Die Debatte wird so schnell nicht verstummen, und dieser Film wird wahrscheinlich zu einem Musterfall dafür werden, wie Hollywood posthume digitale Darstellungen künftig handhabt.
Es gibt einen bedeutsamen Unterschied zwischen einer trauernden Familie, die den letzten Wunsch eines Schauspielers ehrt, und einem Studio, das jemanden für eine schnelle Einnahme wieder zum Leben erweckt. As Deep as the Grave scheint in die erstere Kategorie zu fallen, aber der Präzedenzfall, den es schafft, könnte von letzterem leicht ausgenutzt werden.
Das Urteil
Kilmer schenkte uns Iceman, Doc Holliday, Jim Morrison und einen der unterschätzteren Batmans. Die Vorstellung, dass KI ihm eine letzte Rolle ermöglichen kann, ist entweder eine wunderschöne Hommage oder ein zutiefst beunruhigender Einblick in die Zukunft der Unterhaltung. Wahrscheinlich beides, wenn man ehrlich ist.
Der Film soll 2026 erscheinen. Variety veröffentlichte im März 2026 einen exklusiven ersten Blick, und die ersten Bilder sorgen bereits für reichlich Diskussionsstoff.
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