Tudor besteht darauf, dass der virale Glatzen-Verwechsler Teil des Plans war. Klar doch, Igor.

Tudor besteht darauf, dass der virale Glatzen-Verwechsler Teil des Plans war. Klar doch, Igor.

Der Clip, der tausend Memes auslöste

Wir kennen das alle. Man entdeckt jemanden von hinten, tippt ihm freundschaftlich auf die Schulter und stellt dann mit wachsender Panik fest, dass es sich um einen völlig Fremden handelt. Die meisten von uns erleben diese Peinlichkeit auf einem Supermarktparkplatz. Tottenham-Interimstrainer Igor Tudor gelang das Kunststück live im Fernsehen in Anfield.

Vor dem Premier-League-Duell der Spurs mit Liverpool am 15. März zeigten Kameras, wie Tudor offenbar von hinten auf einen kahlköpfigen Mann zuging und ihm kumpelhaft auf die Schulter klopfte, nur um festzustellen, dass es nicht Liverpool-Trainer Arne Slot war, sondern Allan Dixon, Tottenhams Spielerbetreuer. Beide Männer sind kahl. Beide standen ungefähr an der richtigen Stelle. Ein leicht zu machender Fehler, könnte man sagen.

Tudor besteht natürlich darauf, dass es kein Fehler war.

Tudors Version der Geschichte

In einem Pressegespräch vor Tottenhams bevorstehender Partie gegen Nottingham Forest war der 47-jährige Kroate darauf bedacht, die Dinge richtigzustellen. Er besteht darauf, dass das Ganze ein absichtlicher Witz war, der auf Dixon abzielte, einen Mann, mit dem er täglich über zehn Stunden verbringt.

"Das ist nicht Allan, das ist Arne," witzelte Tudor und enthüllte, dass er Dixon nun scherzhaft beim Namen des Liverpool-Trainers nennt. Er behauptete sogar, den Gag vor dem Atletico-Madrid-Spiel am 18. März absichtlich wiederholt zu haben, nur um zu beweisen, dass es mit Absicht geschah. Was natürlich genau das ist, was jemand sagen würde, der den Fehler wirklich gemacht hat.

Tudor erfuhr erst, dass der Clip viral gegangen war, als ihn sein 20-jähriger Sohn anrief, um ihm zu berichten, dass er in Kroatien die Runde machte. Nichts sagt so sehr "Vater-Moment" wie das eigene Kind, das anruft, um einem mitzuteilen, dass das gesamte Internet über einen lacht.

Wer ist Allan Dixon?

Für alle, die ihn nicht kennen: Dixon ist keine gewöhnliche Hinterzimmerfigur. Er ist Tottenhams langjähriger Spielerbetreuer und bemerkenswerterweise der Schwager des ehemaligen Spurs-Vorsitzenden Daniel Levy. Dixons Zwillingsschwester Tracey ist mit Levy verheiratet. Falls Tudor ihn also wirklich mit dem gegnerischen Trainer verwechselt hat, hat er sich ausgerechnet eine sehr wichtige Person ausgesucht, die er versehentlich ignorierte.

Die Glücksbringer-Theorie

Hier wird es interessant. Vor dem viralen Moment war Tudors Zeit als Cheftrainer alles andere als ein Erfolg. Am 13. Februar nach der Entlassung von Thomas Frank verpflichtet, erlebte der ehemalige Juventus-, Lazio- und Marseille-Trainer zunächst vier Niederlagen in Folge. Tottenham versank immer tiefer in einen ernsthaften Abstiegskampf.

Dann kam der Anfield-Ausflug und das berüchtigte Schulter-Klopfen. Dominik Szoboszlais Freistoß in der 18. Minute hatte Liverpool auf Kurs gebracht, aber Richarlison tauchte in der 90. Minute auf, um ein 1:1-Unentschieden zu sichern und Spurs' sechs Spiele anhaltende Niederlagenserie zu beenden. Drei Tage später besiegte Tottenham Atletico Madrid im Champions-League-Achtelfinale-Rückspiel zu Hause mit 3:2, ihr erster Heimsieg seit zwei Monaten.

Zugegeben, sie schieden nach dem 5:2-Debakel in Madrid trotzdem mit 5:7 im Gesamtergebnis aus. Aber immerhin. Zwei Spiele ungeschlagen seit dem Glatzen-Vorfall. Zufall? Mit ziemlicher Sicherheit. Aber das soll mal einer einem abergläubischen Fussballfan erklären.

Fazit

Ob Tudor seinen Kollegen wirklich mit dem gegnerischen Trainer verwechselt hat oder ob er einfach mit einem Mann, den er täglich sieht, einen Spass gemacht hat, das Ergebnis ist dasselbe: ein herrlich unbehaglicher Clip, der eine ansonsten trostlose Saison für Spurs-Fans aufgehellt hat. Mit Nottingham Forest als nächstem Gegner in dem, was einem Abstiegs-Sechs-Punkte-Spiel gleichkommt, könnte Tudor wahrscheinlich jede komische Erleichterung gebrauchen, die er bekommen kann.

Wenn die Wiederholung des Witzes vor Atletico einen Heimsieg brachte, ist damit zu rechnen, dass er jeden kahlköpfigen Mann in Nordlondon vor dem Anpfiff am Sonntag umarmen wird.

Den Originalartikel lesen bei Quelle.

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Written by

Daniel Benson

Writer, editor, and the entire staff of SignalDaily. Spent years in tech before deciding the news needed fewer press releases and more straight talk. Covers AI, technology, sport and world events — always with context, sometimes with sarcasm. No ads, no paywalls, no patience for clickbait. Based in the UK.