Trumps eigener Florida-Wahlbezirk wurde gerade blau - und die Ironie schreibt sich von selbst
Demokratin Emily Gregory gewinnt die Sonderwahl im Florida House District 87 - in Trumps eigenem Wahlbezirk. Ein Schwenk von 21 Punkten in nur einem Jahr sorgt für Aufsehen.
Wenn die Republikanische Partei irgendwo ein Leck haben muss, dann tut es in Trumps eigenem Postleitzahlgebiet am meisten weh.
Die Demokratin Emily Gregory, eine Erstkandidatin, die ein Fitnessunternehmen für schwangere Frauen und Frauen nach der Geburt betreibt, hat die Sonderwahl für den Florida House District 87 gewonnen. Sie besiegte den von Trump unterstützten Republikaner Jon Maples mit 2,4 Prozentpunkten (797 Stimmen) und erzielte ein Ergebnis von etwa 51% zu 49%. Der Wahlbezirk umfasst Teile des Palm Beach County, darunter Jupiter, Palm Beach Gardens und einen ziemlich bekannten Privatclub namens Mar-a-Lago.
Ja, das Mar-a-Lago.
Ein 21-Punkte-Schwenk in 12 Monaten
Um zu verstehen, wie bemerkenswert dieses Ergebnis ist, braucht man die Zahlen von 2024. Der Republikaner Mike Caruso gewann denselben Wahlbezirk vor etwas mehr als einem Jahr noch mit 19 Prozentpunkten. Trump selbst gewann ihn bei der Präsidentschaftswahl mit etwa 11 Punkten. Caruso räumte den Sitz im August 2025, nachdem er Clerk und Comptroller des Palm Beach County geworden war, was die Sonderwahl auslöste.
Ein Wahlbezirk, der komfortabel, fast schon lässig republikanisch war, ist nun blau geworden. Das ist kein Wackeln. Das ist ein vollständiger Schwenk von 21 Punkten, und er geschah in kaum einem Jahr.
Die Wahlempfehlung, die nach hinten losging
Trump empfahl Maples persönlich auf Truth Social am Tag vor der Wahl. Es schien nicht zu helfen. Gregory machte im Wahlkampf steigende Kosten und alltägliche Bezahlbarkeit zum Thema, während Maples auf Geschäftskompetenz und Steuersenkungen setzte. Die Wähler interessierten sich offenbar mehr für alltägliche Sorgen als für präsidentielle Gütesiegel.
Eine weitere Schicht Ironie, dick genug zum Aufstreichen: Trump wählte bei eben dieser Wahl per Briefwahl. Derselbe Mann, der Briefwahl noch am Tag vor dem Urnengang als “Betrug per Brief” bezeichnete. Öffentliche Wahlunterlagen bestätigen es, falls das zu köstlich klang, um wahr zu sein.
Ein breiteres Muster zeichnet sich ab
Gregorys Sieg ist kein isolierter Ausreißer. Dies ist der 10. staatliche Legislativsitz der Republikaner, den die Demokraten per Sonderwahl seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit gewonnen haben. Rechnet man reguläre Nachwahlen in Bundesstaaten wie Virginia und New Jersey hinzu, beziffert das Democratic Legislative Campaign Committee (DLCC) die Gesamtzahl auf 29 umgekippte Wahlbezirke seit Trumps Amtsantritt.
Die Republikaner haben im gleichen Zeitraum keinen einzigen demokratischen staatlichen Legislativsitz gewonnen. Keinen einzigen. Die Zahl ist eine vollkommen runde Null.
In diesen Rennen haben die Demokraten die Stimmenzahlen von Kamala Harris aus dem Jahr 2024 um fast 11 Punkte übertroffen. Für eine Partei, die nach manchen Schätzungen in den vergangenen 15 Jahren rund 800 staatliche Legislativsitze verloren hat, fühlt sich das nach einer bemerkenswerten Kehrtwende an.
Kein vollständiger Durchmarsch
Eine Sonderwahl schreibt die politische Landkarte nicht um, und es ist erwähnenswert, dass am 24. März nicht alles nach dem Willen der Demokraten lief. Die Republikanerin Hilary Holley gewann am selben Tag einen staatlichen Parlamentssitz in Zentralflorida, und ein Rennen um einen Staatssenatssitz im Großraum Tampa zwischen dem Demokraten Brian Nathan und der Republikanerin Josie Tomkow blieb zu knapp für eine Entscheidung.
Doch den übergeordneten Trend kann man schwer ignorieren. Mit Trumps Zustimmungswerten, die sich im Bereich der hohen 30er bis niedrigen 40er bewegen, und der Ankündigung des DLCC, Millionen in staatliche Legislativrennen vor den Zwischenwahlen 2026 zu investieren, haben die Republikaner allen Grund, genau hinzuschauen.
Einen Sitz in dem Wahlbezirk zu verlieren, in dem der Präsident buchstäblich lebt, ist die Art von Schlagzeile, die sich mit keiner noch so regen Truth-Social-Aktivität wegdiskutieren lässt. Wenn die GOP nicht einmal Mar-a-Lagos Hinterhof halten kann, könnten die Zwischenwahlen sehr unangenehm werden.
Den Originalartikel lesen Sie bei BBC News.
