Starmer sagt Abgeordneten, sie sollen das Wunschdenken aufgeben: Der Iran-Krieg endet nicht so bald

Starmer sagt Abgeordneten, sie sollen das Wunschdenken aufgeben: Der Iran-Krieg endet nicht so bald

Der schonungslose Realitätscheck des Premierministers

Wer gehofft hatte, der Iran-Konflikt würde sich rechtzeitig vor dem Sommer ordentlich auflösen, bekommt von Keir Starmer eine klare Botschaft: Hört auf, euch selbst zu belügen.

Beim Auftritt vor dem Liaison Committee am 23. März 2026 warnte der Premierminister ranghohe Abgeordnete davor, sich mit dem Gedanken zu trösten, der Krieg sei bald vorbei. Sein Rat an die Regierung und damit an das Land lautete: So planen, als würde sich das Ganze noch eine Weile hinziehen. Kein besonders aufmunterndes Sonntagabend-Statement.

Nicht unser Krieg, sagt Starmer (aber wir beobachten sehr genau)

In einem Punkt war Starmer unmissverständlich: "Dies ist nicht unser Krieg, und wir lassen uns nicht in diesen Krieg hineinziehen." Er betonte, jede britische Beteiligung müsse eine "rechtliche Grundlage" haben, was höflich ausgedrückt bedeutet, dass er nicht bereit ist, Washington einen Blankoscheck für Militäraktionen auszustellen, nur weil man dort nett fragt.

Dennoch hält sich das Vereinigte Königreich keineswegs zurück. HMS Dragon, ein Zerstörer der Type-45-Klasse, ist im östlichen Mittelmeer eingetroffen. Luftverteidigungsspezialisten wurden in den Nahen Osten entsandt, und Großbritannien verteilt Luftabwehrraketen an Golfpartner wie Bahrain, Kuwait und Saudi-Arabien. Es mag also nicht "unser Krieg" sein, aber das Vereinigte Königreich steht definitiv mit Mantel und Mütze bereit.

Trump legt eine Pause ein, Iran fragt: "Welche Gespräche?"

Präsident Trump kündigte eine fünftägige Pause bei den Angriffen auf die iranische Energieinfrastruktur an und verwies auf "sehr gute und produktive" Gespräche. Die Märkte reagierten mit sichtlicher Erleichterung: Der Ölpreis fiel von rund 114 Dollar pro Barrel auf etwa 101 Dollar.

Es gibt nur einen kleinen Haken: Iran bestreitet rundheraus, dass direkte Gespräche stattgefunden haben. Teheran wies Trumps Aussagen als Versuch ab, die Ölpreise zu drücken und Zeit zu gewinnen. Entweder führt also jemand sehr produktive Gespräche mit sich selbst, oder das diplomatische Bild ist erheblich unklarer, als das Weiße Haus es darstellt.

Starmer enthüllte, er habe am Sonntagabend ein 20-minütiges Telefonat mit Trump geführt, das sich auf die Wiedereröffnung der Straße von Hormus konzentrierte, jener wichtigen Schifffahrtsroute, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Ölvorkommens transportiert wird. Iran hat die Meerenge seit Anfang März faktisch blockiert, und die Folgen machen sich deutlich bemerkbar.

Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits spürbar

Centrica-Chef Chris O'Shea warnte, dass das weltweite Ölangebot infolge des Konflikts um 20 Prozent gesunken sei. Wenn rund 20 Millionen der täglich geförderten 100 Millionen Barrel Öl hinter einer Seeblockade feststecken, rechnet sich das von selbst.

Cornwall Insight prognostiziert einen durchschnittlichen Anstieg der Energierechnung um 332 Pfund in England, Schottland und Wales ab Juli. Starmer bestand darauf, das Vereinigte Königreich habe keine "nennenswerten Sorgen bezüglich der Energieversorgung", doch gleichzeitig zu sagen, man solle sich keine Sorgen machen, während man ankündigt, dass die Energiekosten erheblich steigen werden, ist eine schwierige rhetorische Leistung.

Ein COBRA-Treffen war für den Montagnachmittag angesetzt, um umfassendere wirtschaftliche Maßnahmen zu besprechen, was darauf hindeutet, dass die Regierung weiß, dass beruhigende Worte allein nicht ausreichen.

Das große Bild

Der Konflikt begann am 28. Februar 2026 mit US-israelischen Angriffen auf den Iran, bei denen Oberster Führer Ali Khamenei getötet wurde. Iran schlug in der gesamten Golfregion zurück, mit Angriffen auf die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, Irak, Bahrain und Oman. Eine iranische Drohne schlug in weniger als 700 Metern Entfernung von britischem Personal auf dem Stützpunkt RAF Akrotiri auf Zypern ein, was den Satz "nicht unser Krieg" etwas optimistisch klingen lässt.

Mit mindestens 200.000 britischen Staatsbürgern in der Golfregion und Abgeordneten der Grünen Partei, die Antworten zur Rechtmäßigkeit der britischen Beteiligung fordern, balanciert Starmer auf einem schmalen Grat zwischen Vorsicht und Handlungsbereitschaft. Seine Kernbotschaft ans Parlament war klar genug: auf das Beste hoffen, aber nicht darauf wetten.

Den Originalartikel lesen Sie bei der Quelle.

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Written by

Daniel Benson

Writer, editor, and the entire staff of SignalDaily. Spent years in tech before deciding the news needed fewer press releases and more straight talk. Covers AI, technology, sport and world events — always with context, sometimes with sarcasm. No ads, no paywalls, no patience for clickbait. Based in the UK.