Schottland fährt zur Weltmeisterschaft – und nein, du träumst nicht

Schottland fährt zur Weltmeisterschaft – und nein, du träumst nicht

Achtundzwanzig Jahre Schmerz, vorbei in achtundneunzig Minuten Chaos

Hätte man irgendeinem schottischen Fan, sagen wir, im Jahr 2019 gesagt, dass seine Mannschaft bald bei einer Weltmeisterschaft dabei sein würde, hätte er höflich gelächelt und einem einen starken Tee angeboten. Und doch: Schottland hat Dänemark am 18. November 2025 mit 4:2 im Hampden Park besiegt, und zum ersten Mal seit Frankreich 1998 packt die Tartan Army ihre Koffer für das größte Fußballfest der Welt.

Und was für ein Auftritt. Das war kein zähes, mit dem Rücken zur Wand erkämpftes 1:0. Das war ein Spiel, das offenbar jeden einzelnen Menschen im Hampden Park an den Rand eines Herzinfarkts bringen wollte.

McTominay gibt den Ton an mit einer Bilderbucheinlage

Drei Minuten gespielt. Drei. Scott McTominay warf sich aus zwölf Yards in eine Fallrückzieher und versenkte den Ball. Steve Clarke, kein Mann der großen Worte, sagte hinterher: 'Scott McTominay hat den besten Fallrückzieher geschossen, den ich je gesehen habe, und es war vielleicht nicht mal das schönste Tor des Abends.' Er hatte nicht Unrecht.

Schottland führte, und Hampden tobte. Aber das ist Schottland, und nichts läuft je geradlinig.

Dänemark schlägt zurück, weil natürlich

Rasmus Hojlund glich in der 57. Minute vom Elfmeterpunkt aus, nach einer VAR-Intervention, denn kein modernes Fußballspiel wäre vollständig ohne eine. Vier Minuten später sah Rasmus Kristensen die gelb-rote Karte und Dänemark spielte nur noch zu zehnt. Man könnte meinen, das würde die Dinge klären. Man läge falsch.

Lawrence Shankland stellte in der 78. Minute die schottische Führung wieder her, nur damit Patrick Dorgu in der etwa 81. Minute erneut ausglich. Beim Stand von 2:2, mit der Qualifikation aus den Händen gleitend, war die Anspannung im Stadion schlicht erdrückend.

Nachspielzeit und totales Chaos

Was dann geschah, wird in schottischen Pubs bis ans Ende der Zeiten gezeigt werden.

In der 93. Minute nahm Kieran Tierney den Ball aus etwa 25 Yards auf und zirkelte ihn mit einer absoluten Traumkurve an Kasper Schmeichel vorbei. Hampden explodierte. Aber das Beste sollte noch kommen.

In der 98. Minute, mit dem letzten Schuss des Spiels, erkannte Kenny McLean, dass Schmeichel weit vor seinem Tor stand, und lobte ihn aus der eigenen Hälfte. Aus der eigenen Hälfte. Der Ball segelte über den Torwart und landete im Netz. Wer es noch nicht gesehen hat: Hör auf zu lesen und such es sofort. Es ist eines der verwegensten Tore, das man je zu sehen bekommt.

Endergebnis: Schottland 4, Dänemark 2. Zuschauer: 49.587 Menschen, die das nie vergessen werden.

Das große Bild

Schottland gewann die Gruppe C mit 13 Punkten aus sechs Spielen und verwies Dänemark mit 11 Punkten auf den zweiten Platz, vor Griechenland und Belarus. Es war die erste Qualifikation als Gruppensieger seit 1982, was eindrücklich verdeutlicht, wie lange die Fans auf eine solche Nacht gewartet haben.

Steve Clarke wurde der erste schottische Nationaltrainer, der sich für drei große Turniere qualifizierte, nachdem er das Team bereits zu Euro 2020 und Euro 2024 geführt hatte. Was auch immer als Nächstes kommt, der Mann verdient eine Statue.

Andy Robertson, dem bewusst ist, dass die Zeit auf niemanden wartet, brachte die Gefühlslage perfekt auf den Punkt: 'Ich weiß, wie alt ich bin. Das könnte meine letzte Chance sein, zu einer Weltmeisterschaft zu fahren.'

Was als Nächstes kommt

Die WM 2026, ausgetragen in Kanada, den USA und Mexiko, läuft vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026. Schottland wurde in Gruppe C gelost, zusammen mit Brasilien, Marokko und Haiti. Aufmerksame Fans werden bemerken, dass Schottland bei Frankreich 98 sowohl Brasilien als auch Marokko begegnet ist. Die Geschichte hat Humor.

Schottland bestreitet seine Gruppenspiele in Boston und Miami am 13., 19. und 24. Juni. McTominays Fallrückzieher wurde bereits mit einem Wandgemälde in Boston geehrt, was für ein Tor dieser Güteklasse absolut angemessen erscheint.

Ist es realistisch zu erwarten, dass Schottland tief ins Turnier eingreift? Wahrscheinlich nicht. Aber nach 28 Jahren Wartezeit und einer Qualifikationskampagne, die mit drei Toren endete, die jeder Stürmer einrahmen und an die Wand hängen würde, interessiert sich in Schottland gerade niemand für Realismus. Und ehrlich gesagt: Warum auch?

Den Originalartikel gibt es bei der Quelle.

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Written by

Daniel Benson

Writer, editor, and the entire staff of SignalDaily. Spent years in tech before deciding the news needed fewer press releases and more straight talk. Covers AI, technology, sport and world events — always with context, sometimes with sarcasm. No ads, no paywalls, no patience for clickbait. Based in the UK.