Russell schlägt Antonelli bei Mercedes-Masterclass in Suzuka, während die Konkurrenz aufholt
George Russell setzt im Training zum Japan-GP die Bestzeit vor Antonelli. McLaren hofft auf Besserung, während Red Bull bei der Fehlersuche ist.
Silberpfeile senden frühes Warnsignal in Suzuka
Falls Sie irgendwelche Zweifel hatten, wer sich bei Mercedes aktuell als Nummer eins sieht, hat George Russell diese gerade ausgeräumt. Der Brite setzte im ersten freien Training zum Großen Preis von Japan mit einer Bestzeit von 1:31.666 die Messlatte und verwies Teamkollege Kimi Antonelli mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,026 Sekunden auf den zweiten Platz, womit Mercedes in Suzuka einen Doppelsieg im Training einfuhr.
Es ist eine klare Kampfansage von Russell, der die Fahrerweltmeisterschaft 2026 mit vier Punkten Vorsprung anführt (51 zu Antonellis 47) und offensichtlich nicht plant, diesen Vorteil auf einer der anspruchsvollsten Strecken des Sports abzugeben.
Antonelli baut Druck auf
Nach seinem ersten Formel 1 Sieg in China bewies Antonelli, dass dieser Durchbruch kein Zufall war. Der junge Italiener war während der gesamten Session praktisch gleichauf mit Russell, und der Abstand von 0,026 Sekunden deutet darauf hin, dass das interne Duell bei Mercedes das ganze Wochenende über extrem spannend bleiben wird.
Für die Silberpfeile ist es genau das, was sie wollen: beide Autos an der Spitze. Für alle anderen ist das ein Kopfzerbrechen.
McLaren sortiert sich nach dem China Albtraum neu
Der amtierende Weltmeister Lando Norris landete auf dem dritten Platz, 0,132 Sekunden hinter Russell, während Teamkollege Oscar Piastri mit 0,199 Sekunden Rückstand Vierter wurde. Ein ordentlicher Auftritt für ein Team, das dies dringend nötig hatte.
Der Große Preis von China war für McLaren ein absolutes Desaster. Beide Autos erlitten noch vor Rennbeginn separate Ausfälle der Mercedes HPP Batterie. Bei Piastri war es ein behebbares Hardwareproblem an einem Hilfsaggregat, aber die Batterie von Norris wurde als irreparabel eingestuft, was ihn einen seiner drei erlaubten Batteriesätze für die gesamte Saison kostete. Abgesehen vom Sprint in Shanghai hat Piastri 2026 noch keine einzige Rennrunde absolviert. Lassen Sie sich das mal auf der Zunge zergehen.
Saubere Runden in Suzuka zu drehen, dürfte für das Team aus Woking wie eine Therapie gewesen sein.
Das restliche Feld
Charles Leclerc war als Fünfter der Beste vom Rest, 0,289 Sekunden hinter Russell, gefolgt von Lewis Hamilton auf dem sechsten Platz mit weiteren 0,085 Sekunden Rückstand. Kein schlechter Start für Ferrari, auch wenn der Rückstand auf Mercedes noch aufgeholt werden muss.
Max Verstappen? Siebter und satte 0,791 Sekunden hinter der Spitze. Bevor jetzt jemand in Panik gerät: Red Bull hat ein umfangreiches Update Paket nach Suzuka mitgebracht, inklusive neuer Seitenkästen, eines überarbeiteten Unterbodens und einer neuen Motorabdeckung. Das Freitagstraining dient oft der Korrelation und Datensammlung statt der reinen Pace, wenn man so viele neue Teile verbaut. Trotzdem sind fast acht Zehntel eben acht Zehntel.
Liam Lawson belegte den achten Platz, während Esteban Ocons Haas das Red Bull Duo auf Rang neun trennte und Arvid Lindblad die Top Ten komplettierte.
Zwischenfälle und Nebenschauplätze
Alex Albon hatte eine Session zum Vergessen. Zuerst berührte er die Mauer in der Degner Zwei, bevor er später in der Schikane mit Sergio Perez kollidierte und sich drehte. Keine ideale Vorbereitung.
Bei Aston Martin vertrat Jak Crawford den Stammfahrer Fernando Alonso in der obligatorischen Session für junge Fahrer und beendete den Tag als 22., etwas mehr als eine Sekunde hinter Lance Stroll. Die eigentliche Geschichte bei Aston Martin bleibt jedoch die anhaltende Motorvibration bei Honda. Der japanische Hersteller hat Gegenmaßnahmen für das Heimrennen eingeführt, aber das Problem ist wirklich alarmierend. Alonso berichtete, nach etwa 20 Runden das Gefühl in seinen Gliedmaßen zu verlieren, während Stroll ein Limit von 15 Runden schätzte, bevor das Risiko von Nervenschäden zu groß wird. Die Ursache ist noch immer nicht identifiziert, was für das Rennwochenende äußerst besorgniserregend ist.
Das Fazit
Es ist nur das Freitagstraining und die üblichen Vorbehalte gelten. Aber Mercedes sieht unheimlich stark aus, McLaren scheint sich nach dem Zusammenbruch in China gefangen zu haben und der Titelkampf zwischen Russell und Antonelli verspricht eine Geschichte zu werden, die nicht an Spannung verliert. Das Qualifying am Samstag dürfte faszinierend werden.
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