Pink und der riesige Golfball: Warum die Sphere-Residency eine perfekte Tech-Kombination ist
Wer Pink schon einmal live erlebt hat, weiss: Diese Frau verbringt mehr Zeit in der Luft als ein Billigflieger-Pilot. Sie ist weniger Popstar und mehr hochgradig koordinierte menschliche Drohne. Waehrend die meisten von uns schon beim Treppensteigen ausser Atem geraten, rast Pink mit Tempo sechzig durch Stadien, im Gurt befestigt und dabei die hohen Toene treffend. Das ist beeindruckend, erschoepfend anzuschauen, und wird jetzt offenbar noch einmal deutlich high-tech.
Die First Lady der Sphere
Das neueste Geruecht ist, dass Pink offiziell einen Millionenvertrag fuer eine Residency in der Las Vegas Sphere unterzeichnet hat. Fuer alle, die unter einem sehr nicht-digitalen Stein gelebt haben: Die Sphere ist dieser riesige, leuchtende Koloss, der die Skyline von Vegas dominiert. Sie sieht aus wie ein gigantischer Golfball aus der Zukunft und ist derzeit der technologisch fortschrittlichste Auftrittort der Welt. Mit diesem Vertrag wird Pink zur ersten weiblichen Solokunstlerin, die das Venue headlinet, und folgt damit in den Fussstapfen von U2, Dead and Company und den Eagles.
Das war auch hoechste Zeit. Die bisherigen Acts mogen legendaer sein, aber sie sind, sagen wir mal, etwas unbeweglicher als Alecia Moore. Die Sphere wurde fuer Spektakel gebaut, und Pink ist die Schutzheilige des Zu-viel-Tuns auf die bestmoegliche Art. Verantwortliche der Location haben offenbar alles daran gesetzt, sie zu gewinnen, weil ihre Marke der hochoktanigen Akrobatik genau das ist, was die Sphere braucht, um ihr wahres Potenzial zu zeigen.
Was macht die Sphere so besonders?
Aus technischer Sicht ist die Sphere ein absolutes Monster. Sie verfuegt ueber einen rundum verlaufenden LED-Bildschirm mit 16K-Aufloesung, der das gesamte Innere bedeckt. Zum Vergleich: Ihr schicker 4K-Fernseher zu Hause ist dagegen ungefaehr so ein Game-Boy-Bildschirm. Dieser Screen ermoeglicht immersive Visuals, die das Publikum vom Meeresgrund bis zur Marsoberflaeche transportieren koennen. Fuer eine Performerin wie Pink, die theatralischen Flair liebt, sind die Moeglichkeiten schier endlos.
Aber es geht nicht nur um die Visuals. Das Audiosystem ist ebenfalls irre. Es nutzt eine Technologie namens Holoplot, die aus rund 167.000 Lautsprechertreibern besteht. Dieses System kann Klang gezielt auf einzelne Sitzplaetze ausrichten, was bedeutet, dass die Person in Reihe zehn theoretisch einen anderen Audio-Mix hoert als die Person in Reihe fuenfzig. Das ist Spatial Audio in einem bisher nie dagewesenen Ausmass. Wenn Pink ueber das Publikum fliegt, kann der Klang ihrer Stimme ihr in Echtzeit durch die Luft folgen. Das ist die Art von Sache, bei der ein Tontechniker vor Freude weinen wuerde.
Akrobatik in der vierten Dimension
Die eigentliche Frage ist, wie Pink die haptischen Sitze nutzen wird. Ja, Sie haben richtig gelesen. Die Sitze in der Sphere verfuegen ueber haptisches Feedback, sie koennen also vibrieren und sich im Einklang mit dem Buehnen- oder Bildschirmgeschehen bewegen. Stellen Sie sich vor, der Bassabfall von "Raise Your Glass" erschuettert buchstaeblich Ihre Wirbelsaeule, waehrend Pink von einem am Dach befestigten Trapez schwingt. Das ist weniger ein Konzert und mehr eine Achterbahnfahrt mit Soundtrack.
Angesichts ihrer Vorliebe fuer Hochseil-Tricks bietet die Sphere eine Vertikalitaet, die die meisten Stadien schlicht nicht mithalten koennen. Normalerweise ist Pink durch die Buehnentechnik einer temporaeren Konstruktion eingeschraenkt. In der Sphere ist das gesamte Gebaeude ihr Spielplatz. Wir sprechen von einer Location mit 111 Metern Hoehe. Wenn sie nicht vorhat, vom allerobersten Punkt der Kuppel hinunterzutauchen, werde ich sehr enttaeuscht sein. Es ist der ultimative Spielplatz fuer jemanden, der sich weigert, die Fuesse am Boden zu lassen.
Die wirtschaftliche Realitaet: Ist die Reise das wert?
Jetzt reden wir Klartext. Oder vielmehr reden wir ueber das Pfund Sterling und seine derzeit turbulente Beziehung zum US-Dollar. Eine Reise nach Las Vegas ist nie guenstig, und eine Residency in der Sphere ist die Krone der teuren Abende. Fuer Fans aus dem UK ist das nicht nur ein Konzertticket: Es ist ein Transatlantikflug, ein Hotel auf dem Strip und der unvermeidliche Schock ueber den Preis eines mittelmassigen Lagers in Nevada.
Wenn man jedoch den schieren Umfang dieser Produktion bedenkt, beginnt es wie ein "Einmal-im-Leben"-Erlebnis der Extraklasse auszusehen. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage sind wir alle etwas vorsichtiger mit unserem Geld. Wir waehlen Erlebnisse statt Dinge. Wenn Sie Ihr Urlaubsbudget fuer eine Sache ausgeben wollen, ist das Zusehen, wie eine Weltklasse-Athletin-Popstar-Hybrid in einer 2,3 Milliarden Dollar teuren, leuchtenden Kugel auftritt, ein ziemlich starker Kandidat. Das ist genau die Art von Show, ueber die Sie noch reden werden, wenn die Sphere irgendwann zum Grossmuseum der 2020er umgebaut wird.
Die Konkurrenz und der Kontext
U2 hat mit ihrer "Achtung Baby"-Residency die Messlatte unglaublich hoch gelegt und den Screen fuer atemberaubende optische Illusionen genutzt. Aber Pink bringt eine andere Energie. Waehrend es bei U2 um Atmosphaere und Botschaft geht, dreht es sich bei Pink um physisches Koennen und Pop-Hooks. Sie ist wohl mehr "Vegas" als alle bisherigen Acts in diesem Venue. Sie schlaegt die Bruecke zwischen Rock-Legenden und modernem Pop-Spektakel.
Da ist auch noch die Frage des "Sphere-Effekts" auf die Karriere eines Kuenstlers. Das ist nicht nur ein weiterer Tourtermin: Es ist ein Bekenntnis. Es sagt, dass man als Kuenstler nicht nur einen Raum fuellen kann, sondern ein Wahrzeichen. Fuer Pink, die seit zwei Jahrzehnten zu den haertarbeitenden Frauen in der Musikbranche gehoert, ist das ein wohlverdienter Ehrenrundenlauf. Sie hat viele ihrer Zeitgenossen einfach durch Koennen und harte Arbeit ueberdauert, und die Sphere ist die ultimative Belohnung fuer diesen Einsatz.
Abschlussurteil: Ein technologisch aufgeladenes Must-See
Obwohl wir noch keine genauen Termine haben, steigt der Hype bereits auf Fieberpitch. Ob Sie nun ein Fan von Pink sind oder einfach nur sehen wollen, was passiert, wenn man eine riesige Menge Geld in einen Bildschirm investiert: Das wird das Ticket des Jahres. Es stellt den Hoehepunkt der Live-Entertainment-Technologie dar, gepaart mit einer Performerin, die tatseachlich mithalten kann.
Ist es ein bisschen unmassvoll? Natuerlich. Ist es teuer? Absolut. Aber in einer Welt, in der wir die meiste Zeit auf winzige Bildschirme in unseren Taschen starren, ist es herrlich absurd, fuer einen halben Erdumflug zu fliegen, nur um auf den groessten je gebauten Bildschirm zu starren, waehrend eine Frau in Pailletten an Ihrem Kopf vorbeifliegt. Das ist die Zukunft der Live-Musik, und ehrlich gesagt bin ich dabei.
Den Originalartikel finden Sie hier: Quelle.

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