Niemand will unter die ersten Fünf, und Everton freut sich still und heimlich

Niemand will unter die ersten Fünf, und Everton freut sich still und heimlich

Das wohl zögerlichste Rennen der Premier League

Es hat etwas herrlich Absurdes an einem Kampf um die Champions League Qualifikation, bei dem jeder vermeintliche Anwärter entschlossen scheint, sich selbst ein Bein zu stellen. Und doch schleicht sich Everton wie ein Gast, der gar nicht auf der Einladungsliste stand, von hinten an und crasht die Party.

Sieben Ligaspiele vor Schluss liegen die Toffees mit etwa 46 Punkten auf dem achten Platz, nur drei Zähler hinter dem Fünftplatzierten Liverpool. Dieser Rückstand sah vor dem Wochenende noch moderat aus. Nachdem Everton am 21. März Chelsea mit 3:0 im Hill Dickinson Stadium demontiert hat, wirkt die Aussicht noch verlockender.

Der aktuelle Stand

Lassen Sie uns die Lage sondieren. Manchester United belegt mit 55 Punkten den dritten Platz, nachdem sie am 20. März gegen Bournemouth ein 2:2 erreichten, was zu einem wiederkehrenden Muster von fast, aber eben nicht ganz Leistungen geworden ist. Aston Villa liegt mit 51 Punkten auf Rang vier, während Liverpool die Top Fünf mit 49 Punkten komplettiert.

England ist dank der UEFA Koeffizienten Rangliste wieder auf Kurs für einen fünften Champions League Platz in der nächsten Saison. Dieses fünfte Ticket ist der Preis, den angeblich jeder jagt. Das Problem ist nur, dass niemand besonders scharf darauf zu sein scheint, ihn auch wirklich einzusacken.

Berichten zufolge hat Liverpool in dieser Saison bereits 10 Premier League Spiele verloren, was, sollte dies bestätigt werden, die schlechteste Bilanz seit der Saison 2015/16 wäre. Villa, die während einer Siegesserie von acht Spielen zwischen November und Dezember 2025 unaufhaltsam wirkten, sind seitdem deutlich ins Wanken geraten. Manchester United mag zwar früher in der Saison die Formtabelle der letzten 10 Spiele angeführt haben, aber die genauen Zahlen bleiben schwer unabhängig zu verifizieren.

Chelsea im freien Fall

Dann ist da noch Chelsea. Oh je.

Die Mannschaft von Liam Rosenior hat nun vier Spiele in Folge verloren. Zwei davon in der Champions League, wo Paris Saint Germain sie mit einem Gesamtergebnis von 8:2 im Achtelfinale abfertigte, was sich noch schlimmer anfühlte, als es das Ergebnis vermuten lässt. Niederlagen gegen Newcastle und nun Everton in der Liga haben die Tristesse an der Stamford Bridge nur noch vertieft.

Diese 3:0 Niederlage im Nachfolgestadion des Goodison Park war besonders ernüchternd. Beto traf doppelt, in der 33. und 62. Minute, bevor Ndiaye in der 76. Minute vor 52.547 Zuschauern den dritten Treffer erzielte. Everton kletterte auf den siebten Platz und liegt nun nur noch zwei Punkte hinter Chelsea auf Rang sechs.

Könnte Everton das tatsächlich schaffen?

Hier wird es richtig interessant. Everton hat seit 1970/71 nicht mehr an der eigentlichen Champions League teilgenommen, als sie das Viertelfinale des Europapokals der Landesmeister erreichten, bevor Panathinaikos ihren Lauf beendete. Ihr letzter Auftritt in einem europäischen Wettbewerb war das vergessenswerte Aus in der Gruppenphase der Europa League 2017/18.

Die Rückkehr von David Moyes, unterstützt durch amerikanische Investoren und kluge Sommerneuzugänge wie Jack Grealish, hat die Stimmung an der Merseyside verändert. Das neue Hill Dickinson Stadium ist zu einer echten Festung geworden. Und nun folgen die Ergebnisse auch der guten Stimmung.

Die Rechnung ist recht simpel. Drei Punkte Rückstand auf Platz fünf bei sieben verbleibenden Spielen sind absolut aufholbar, besonders wenn jedes Team vor ihnen darauf aus zu sein scheint, zum ungünstigsten Zeitpunkt Punkte liegen zu lassen. Nur Arsenal und Manchester City wirkten in den letzten Wochen durchgehend solide, auch wenn ihre exakten Serien ohne Niederlage schwer bis zum letzten Spieltag zu belegen sind.

Das Fazit

Ist es wahrscheinlich? Wahrscheinlich nicht. Ist es möglich? Absolut. Und genau das macht dies zum unterhaltsamsten Rennen um die Top Fünf seit Jahren.

Evertons Form, der neue Heimvorteil und die schiere Mittelmäßigkeit der Teams über ihnen deuten auf eine echte Außenseiterchance hin. Wenn Chelsea weiter im freien Fall bleibt und Liverpool ständig neue Wege findet, Spiele zu verlieren, könnten die Toffees auf einem europäischen Startplatz landen, den sonst niemand wollte.

Manchmal ist der beste Weg, ein Rennen zu gewinnen, die anderen einfach ineinander krachen zu lassen. Everton scheint das begriffen zu haben.

Lesen Sie den Originalartikel unter Quelle.

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Written by

Daniel Benson

Writer, editor, and the entire staff of SignalDaily. Spent years in tech before deciding the news needed fewer press releases and more straight talk. Covers AI, technology, sport and world events — always with context, sometimes with sarcasm. No ads, no paywalls, no patience for clickbait. Based in the UK.