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Mary Rand: Die glamouröse Pionierin, die die olympischen Rekordbücher neu schrieb

Mary Rand, die erste britische Leichtathletik-Olympiasiegerin, ist mit 86 Jahren gestorben. Ihr Weltrekord-Weitsprung bei Tokio 1964 und drei Medaillen machten sie zur Legende.

Mary Rand: Die glamouröse Pionierin, die die olympischen Rekordbücher neu schrieb

Eine Legende in Spikes

Mary Rand, die im Alter von 86 Jahren verstorben ist, wurde einst angeblich als "Marilyn Monroe auf Spikes" beschrieben. Es war als Kompliment gemeint, doch man ahnt, dass ihr etwas wie "die größte britische Leichtathletin ihrer Generation" lieber gewesen wäre. Denn genau das war sie.

Lange vor Lotteriemitteln, marginalem Gewinn und maßgeschneidertem Lycra stand Rand draußen und knackte Weltrekorde auf einer nassen Anlaufbahn mit Gegenwind im Gesicht. Buchstäblich.

Tokio 1964: Die Nacht, die alles veränderte

Bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio wurde Rand zur ersten britischen Frau, die eine olympische Goldmedaille in der Leichtathletik gewann. Ihre Waffe der Wahl? Der Weitsprung. Ihr Eröffnungssprung von 6,59 m stellte sowohl einen britischen als auch einen olympischen Rekord auf, was für die meisten Athletinnen bereits Drama genug gewesen wäre. Doch Rand hatte gerade erst angefangen.

Im fünften Durchgang katapultierte sie sich 6,76 m durch die Luft, ein Weltrekord, erzielt auf einer durchnässten Bahn mit einem Gegenwind von 1,6 m/s. Zum Vergleich: Dieser Rekord hielt vier Jahre, bis Viorica Viscopoleanu ihn in großer Höhe in Mexiko-Stadt brach. Rand schaffte es auf Meereshöhe, im Regen, vermutlich dabei noch fabelhaft aussehend.

Aber sie war noch nicht fertig mit Tokio. Sie gewann eine Silbermedaille im damals erstmals ausgetragenen Fünfkampf der Frauen und eine Bronzemedaille in der 4x100-m-Staffel, womit sie zur einzigen britischen Frau wurde, die bei einem einzigen Olympischen Spiel drei Medaillen holte. Ein Rekord, der 60 Jahre Bestand hatte, bis ihn Radsportlerin Emma Finucane bei Paris 2024 egalisierte.

Von Somerset zum Ruhm

Rand wurde am 10. Februar 1940 in Wells, Somerset, geboren, und ihr sportliches Talent wurde früh entdeckt. Mit 16 Jahren erhielt sie ein Sportstipendium an der Millfield School, obwohl dieses besondere Kapitel mit einem Schulverweis endete. Die Details bleiben im Dunkeln, aber es verlangsamte sie offensichtlich nicht.

Mit 18 Jahren hatte sie bei den Commonwealth Games 1958 in Cardiff bereits eine Weitsprung-Silbermedaille ergattert. Sie gewann insgesamt 12 nationale Titel in Weitsprung, Hochsprung, Sprinthürden und Fünfkampf. Sie hielt sogar von 1959 bis 1981 einen inoffiziellen Weltrekord im Dreisprung, eine Tatsache, die allein wegen ihrer glorreich absurden Bandbreite einen eigenen Absatz verdient.

Ruhm, Jagger und das Leben nach der Leichtathletik

Ihre Heldentaten von 1964 machten sie zu einem Haushaltsnamen. Sie wurde zur BBC Sports Personality of the Year gekrönt und erhielt 1965 den MBE. Mick Jagger erklärte Berichten zufolge, sie wäre sein Traumdate, was alles über den kulturellen Moment sagt, den sie einnahm.

Rand beendete ihre Leichtathletikkarriere im September 1968 im Alter von gerade einmal 28 Jahren. Im darauffolgenden Jahr heiratete sie den Amerikaner Bill Toomey, den Zehnkampf-Olympiasieger von 1968, womit wohl der kompetitivste Haushalt in der Sportgeschichte entstand. Das Paar hatte zwei Töchter, bevor die Ehe nach 22 Jahren endete. Aus ihrer ersten Ehe hatte Rand außerdem eine Tochter namens Alison. Später heiratete sie John Reese und ließ sich in den Vereinigten Staaten nieder.

Ein Vermächtnis, das bleibt

Es ist verlockend, Rands Leistungen durch eine nostalgische Linse zu betrachten, aber das wäre ein Fehler. Sie war eine echte Pionierin, die bewies, dass britische Frauen auf der größten Bühne der Welt mithalten und dominieren können. Die Tatsache, dass es sechs Jahrzehnte dauerte, bis eine andere britische Frau ihren Drei-Medaillen-Gewinn bei einem einzigen Spiel egalisierte, zeigt, wie weit ihrer Zeit sie voraus war.

Mary Rand ebnete nicht nur den Weg für Sportlerinnen. Sie steckte die ganze Bahn in Brand.

Den Originalartikel lesen Sie bei der Quelle.

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Written by

Daniel Benson

Writer, editor, and the entire staff of SignalDaily. Spent years in tech before deciding the news needed fewer press releases and more straight talk. Covers AI, technology, sport and world events — always with context, sometimes with sarcasm. No ads, no paywalls, no patience for clickbait. Based in the UK.