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Maduros Kampf um Anwaltskosten: Wenn ein Diktator die Rechnung nicht bezahlen kann

Nicolás Maduro steht in den USA vor Gericht. Nun entbrennt ein Streit darüber, ob er venezolanische Staatsgelder für seine Verteidigung nutzen darf.

Maduros Kampf um Anwaltskosten: Wenn ein Diktator die Rechnung nicht bezahlen kann

Vom Präsidentenpalast in die Zelle in Brooklyn

Nicolás Maduro hat den Sprung vom Herrscher Venezuelas hin zu der Frage geschafft, wer eigentlich seine Anwälte bezahlt. Das ist, gelinde gesagt, eine bemerkenswerte Karrierewende.

Der ehemalige venezolanische Präsident und seine Frau, Cilia Flores, erschienen diese Woche zu ihrem zweiten Gerichtstermin in New York, seit sie am 3. Januar 2026 bei einem nächtlichen Zugriff durch US-Truppen festgenommen wurden. An der Operation mit dem Codenamen 'Operation Absolute Resolve' waren über 200 US-Spezialkräfte beteiligt, die Maduros Anwesen in Caracas gegen 2 Uhr morgens stürmten. Subtil war das definitiv nicht.

Das Geldproblem

Im Zentrum dieser Anhörung steht eine fast schon komisch anmutende Frage: Darf Maduro venezolanische Staatsgelder verwenden, um seine Verteidiger zu bezahlen? Die US-Staatsanwälte sagen ganz klar nein und argumentieren, dass Maduro während seiner Amtszeit den Reichtum Venezuelas effektiv geplündert habe und nun nicht mehr auf dieselben Kassen zugreifen dürfe, um sein Anwaltsteam zu finanzieren.

Die Situation wurde durch einen bürokratischen Fehler noch komplizierter. Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums hatte zunächst eine Lizenz erteilt, die es der venezolanischen Regierung erlaubte, die Anwaltskosten zu übernehmen. Dann wurde diese widerrufen, wobei die Staatsanwaltschaft die ursprüngliche Genehmigung später als 'administrativen Fehler' bezeichnete. Tja.

Verteidiger Barry Pollack, der zuvor fast 15 Jahre lang den WikiLeaks-Gründer Julian Assange vertrat, hat damit gedroht, sich komplett aus dem Fall zurückzuziehen, falls die Finanzierungsfrage nicht geklärt wird. Wenn der eigene Anwalt öffentlich über einen Ausstieg nachdenkt, weiß man, dass die Dinge nicht gerade glänzend laufen.

Ein 92-jähriger Richter behält die Nerven

Den Vorsitz in diesem außergewöhnlichen Prozess führt Richter Alvin Hellerstein, der mit seinen 92 Jahren schon genug Gerichtsdramen gesehen hat, um mehrere Leben zu füllen. Er lehnte es ab, die Anklage fallen zu lassen, und stellte klar fest: 'Das Recht auf Verteidigung ist oberstes Gebot'. Übersetzung: Maduro verdient einen Anwalt, aber wer die Rechnung bezahlt, ist das Problem von jemand anderem.

Die Staatsanwaltschaft beharrt darauf, dass die Maduros Zugang zu Privatvermögen haben und ihre Verteidigung selbst bezahlen können. Das Ehepaar bestreitet dies und sagt aus, sie könnten sich eine Vertretung aus eigener Tasche schlicht nicht leisten. Ob man diese Behauptung von einem Mann, der über ein Jahrzehnt lang ein ölreiches Land regiert hat, für glaubwürdig hält, ist, sagen wir, eine Frage der persönlichen Einschätzung.

Die Anklagen sind schwerwiegend

Dies ist kein kleiner juristischer Streit. Maduro sieht sich vier Anklagepunkten gegenüber:

  • Verschwörung zum Narkoterrorismus
  • Verschwörung zum Kokainimport
  • Besitz von Maschinengewehren und zerstörerischen Geräten
  • Verschwörung zum Besitz von Maschinengewehren und zerstörerischen Geräten

Flores ist in drei dieser vier Punkte angeklagt, wobei der Narkoterrorismus-Vorwurf entfällt. Der Fall wird weithin als ein wichtiger Test für das US-Narkoterrorismus-Gesetz beschrieben, das in der Vergangenheit vor Gericht nur begrenzten Erfolg hatte.

Maduro wird derzeit unter besonderen administrativen Maßnahmen im Metropolitan Detention Centre in Brooklyn festgehalten, in einer Hochsicherheitsabteilung, die als 'Gefängnis im Gefängnis' beschrieben wurde und über eine 24-Stunden-Überwachung verfügt. Es wurde kein Kautionsantrag gestellt, was alles über die Schwere der Lage aussagt.

Was ist zu Hause passiert?

Seit Maduros Verhaftung wurde Delcy Rodríguez als amtierende Präsidentin Venezuelas vereidigt und das Land hat einen Sondierungsprozess zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit den Vereinigten Staaten eingeleitet. Die geopolitische Landschaft hat sich erstaunlich schnell verändert.

Bei seinem ersten Gerichtstermin am 5. Januar hielt Maduro eine Rede, in der er behauptete, entführt worden zu sein, und seine Unschuld beteuerte. Ein Mann schrie ihn Berichten zufolge aus dem hinteren Teil des Gerichtssaals an, denn anscheinend sind selbst Bundesgerichtsverfahren nicht vor Publikumsbeteiligung gefeit.

Berichten zufolge hat Präsident Trump angedeutet, dass Maduro ein 'faires Verfahren' erhalten werde, obwohl diese spezielle Äußerung nicht von allen Medien unabhängig bestätigt werden konnte.

Was auch immer als Nächstes passiert, dieser Fall entwickelt sich zu einem der folgenreichsten und offen gesagt bizarren Gerichtsverfahren der jüngeren Geschichte. Die Frage, wer die Anwälte bezahlt, mag trivial erscheinen, trifft aber den Kern dessen, wie das US-Justizsystem mit einem Angeklagten umgeht, der angeblich eine ganze Nation geplündert hat.

Lesen Sie den Originalartikel unter Quelle.

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Written by

Daniel Benson

Writer, editor, and the entire staff of SignalDaily. Spent years in tech before deciding the news needed fewer press releases and more straight talk. Covers AI, technology, sport and world events — always with context, sometimes with sarcasm. No ads, no paywalls, no patience for clickbait. Based in the UK.