Keely Hodgkinson stürmt zum ersten Welthallenmeistertitel mit Meisterschaftsrekord in Torun
Keely Hodgkinson sicherte sich in Torun mit 1:55,30 den Welthallenmeistertitel ueber 800 Meter und stellte dabei einen Meisterschaftsrekord auf. Grossbritanniens goldene Nacht in Polen.
Britanniens goldenes Maedchen der Leichtathletik hat dem Schrank ein weiteres Pokal hinzugefuegt
Keely Hodgkinson macht keine halben Sachen. Die Olympiasiegerin spazierte in die Kujawsko-Pomorska Arena in Torun, Polen, und verliess sie mit einem Welthallenmeistertitel im 800-Meter-Lauf, einem Meisterschaftsrekord und der Auszeichnung, Grossbritanniens erste Frauen-800-Meter-Weltmeisterin auf jedem Niveau ueberhaupt zu sein. Kein schlechter Samstagabend, alles in allem.
Ein Meisterkurs im Frontlaufen
Hodgkinsons 1:55,30 war nicht nur schnell. Es war der zweitschnellste Hallenlauf ueber 800 Meter aller Zeiten, nur hinter ihrem eigenen Weltrekord von 1:54,87, den sie erst letzten Monat in Lievin aufgestellt hatte. Ihre Zwischenzeiten erzaehlten die Geschichte einer Frau, die nichts dem Zufall ueberlassen wollte: 27,26 nach 200 Metern, 56,96 an der Glocke und 1:26,46 bei 600 Metern, bevor sie kraftvoll ins Ziel lief.
Die Schweizerin Audrey Werro holte Silber in 1:56,64, eine Zeit, die gut genug war, um sie auf Platz fuenf der ewigen Hallenbestenliste zu bringen. Die Amerikanerin Addy Wiley gewann Bronze mit einer persoenlichen Bestleistung von 1:58,36. Beide liefen hervorragend, aber keine von ihnen war je wirklich im Rennen, sobald Hodgkinson Fahrt aufnahm.
Ein Comeback, das es wert ist, gefeiert zu werden
Was dieses Ergebnis noch bemerkenswerter macht, ist der Kontext. Hodgkinson verpasste die gesamte Hallensaison 2025, nachdem sie sich im Februar jenes Jahres die Oberschenkelrueckseite gerissen hatte. Von einem solchen Rueckschlag zurueckzukehren und sofort den zweitschnellsten Hallenlauf ueber 800 Meter der Geschichte zu produzieren, ist die Art von Leistung, die einen fragen laesst, ob sie auf einer anderen Frequenz als alle anderen agiert.
Das war die eine Luecke in ihrem Lebenslauf, auf die die Leute immer wieder hingewiesen haben. Olympisches Gold? Abgehakt. Welthallenrekord? Erledigt. Aber ein Weltmeistertitel war hartnackig ausser Reichweite geblieben. Bis jetzt. Es wird davon ausgegangen, dass die Freiluftweltmeisterschaften und die Commonwealth Games die einzigen grossen 800-Meter-Titel sind, die sie noch nicht errungen hat, wobei die Freiluftweltmeisterschaften in Tokio spaeter in diesem Jahr die naechste Gelegenheit bieten werden.
Britanniens goldene Nacht in Polen
Hodgkinsons Triumph kroenung einen sensationellen Abend fuer das britische Team. Innerhalb von ungefaehr 28 Minuten standen drei britische Frauen ganz oben auf dem Podium. Georgia Hunter Bell gewann ihren ersten Weltmeistertitel ueber 1500 Meter, Molly Caudery holte sich die Stabhochsprunkkrone mit einer Hoehe von 4,85 Metern zurueck, und dann lieferte Hodgkinson den Hauptact.
Rechnet man noch Josh Kerrs 3.000-Meter-Gold vom Samstagabend hinzu, beendete Grossbritannien die Welthallenmeisterschaften mit vier Goldmedaillen. Das ist eine ganz ausserordentliche Ausbeute.
Was kommt als naechstes?
Berichten zufolge begab sich Hodgkinson direkt nach ihrem 800-Meter-Sieg auf die Aufwaermstrecke, was darauf hindeutet, dass sie auch eine Etappe in der 4x400-Meter-Staffel der Frauen in Betracht zog. Denn offenbar ist das Brechen von Meisterschaftsrekorden nicht ermuedend genug.
Mit gerade einmal 24 Jahren hat Hodgkinson sich fest als die dominierende Kraft im Mittelstreckenlauf der Frauen etabliert. Die Freiluftweltmeisterschaften in Tokio werden das naechste grosse Ziel sein, und angesichts dieser Form braucht es eine mutige Person, um gegen sie zu wetten, dass sie nicht den kompletten Satz globaler Titel erringt.
Fuer jetzt kann sie diesen Moment aber geniessen. Erster Weltmeistertitel. Meisterschaftsrekord. Geschichte geschrieben. Keely Hodgkinson sammelt grosse Auszeichnungen so, wie manche Menschen Treuekartenstempel sammeln.
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