Ihre Energierechnungen werden bald noch teurer, und British Gas sagt, es gibt keinen Ausweg
Die Kurzfassung: Macht euch gefasst
Chris O'Shea, der Chef von Centrica (dem Mutterkonzern von British Gas), hat die Nachricht überbracht, die niemand zum Frühstück hören möchte: Sollten die Großhandelspreise für Energie auf dem aktuellen Niveau bleiben, sind höhere Rechnungen für britische Haushalte schlicht "unvermeidlich." Auf der Internationalen Energiewoche des Energy Institute in London vermied O'Shea zwar konkrete Prognosen, machte aber unmissverständlich klar, wohin die Reise geht.
Und die geht direkt in Richtung Ihres Geldbeutels.
Was passiert gerade mit den Preisen?
So sieht die aktuelle Lage aus. Die Ofgem-Preisobergrenze für April bis Juni 2026 liegt bei 1.641 Pfund pro Jahr für einen typischen Zwei-Brennstoff-Haushalt mit Lastschriftverfahren. Das ist tatsächlich ein Rückgang von 6,6 % gegenüber der Obergrenze von 1.758 Pfund im ersten Quartal 2026, was zunächst nach guten Neuigkeiten klingt, bis man einen Blick auf das wirft, was als nächstes kommt.
Cornwall Insight, das Energieberatungsunternehmen, dessen Prognosen die Branche genau verfolgt, rechnet damit, dass die Preisobergrenze im Juli 2026 auf 1.973 Pfund steigen könnte. Das wäre ein Anstieg von 332 Pfund gegenüber dem aktuellen Niveau. Martin Lewis, der inoffizielle Energieberater der Nation, hat gewarnt, dass die Rechnungen um bis zu 30 % steigen könnten, wenn die erhöhten Großhandelspreise anhalten.
Der Schuldige? Die Großhandelspreise für Gas haben sich seit Ende Februar 2026 mehr als verdoppelt, was vor allem auf den Iran-Konflikt zurückzuführen ist, der die Versorgung durch die Straße von Hormus beeinträchtigt, ein Nadelöhr, durch das rund 20 % des weltweiten Öl- und Gashandels fließen. Als QatarEnergy am 2. März die LNG-Produktion in zwei wichtigen Anlagen stoppte und zwei Tage später höhere Gewalt erklärte, gerieten die Preise außer Kontrolle. Die britischen Erdgaspreise stiegen um fast 25 %, nachdem iranische Angriffe auf einen katarischen Gashub erfolgten, während der Rohölpreis auf 106 Dollar pro Barrel stieg, ein Anstieg von 45 %.
Das langfristige Problem, über das niemand sprechen möchte
Hier ist der Teil, der Sie wirklich nachts nicht schlafen lassen sollte. O'Shea hat nicht nur die unmittelbare Krise angesprochen. Er ließ eine langfristige Bombe platzen: Bis 2030 werden die britischen Strompreise höher sein als auf dem Höhepunkt der Energiekrise infolge des Russland-Ukraine-Konflikts.
Lassen Sie das kurz sacken. Der Winter 2022/23, als Haushalte tatsächlich zwischen Heizen und Essen wählen mussten, könnte nicht einmal das Schlimmste gewesen sein.
Der Grund? Systemkosten. Bis 2030 wird der Energiegroßhandel nur noch ein Drittel Ihrer Stromrechnung ausmachen. Die verbleibenden zwei Drittel entfallen auf Systemkosten: neue Strommasten, aufgerüstete Leitungen, Anschlüsse für Offshore-Windparks und die allgemeine Neuverkabelung des nationalen Stromnetzes.
Britische Netzunternehmen haben 28 Milliarden Pfund für erste Netzausbaumaßnahmen bewilligt bekommen, mit einer potenziellen Investitionspipeline von 90 Milliarden Pfund, die sich abzeichnet. Ofgem schätzt, dass diese Netzentgelte die Haushaltsrechnungen bis 2031 um rund 108 Pfund pro Jahr erhöhen werden.
Kein Problem der Netto-Null-Emissionen
O'Shea war in einem Punkt auffallend direkt: Diese Kosten sind nicht einfach der Preis der Dekarbonisierung.
"Diese Systemkosten sind keine Netto-Null-Kosten. Sie beheben jahrelange Unterinvestitionen."
Mit anderen Worten: Jahrzehntelange Verschleppung bei der Infrastruktur holen uns nun ein, und die Verbraucher werden die Rechnung zahlen, unabhängig von der Klimapolitik.
Was wird dagegen unternommen?
Die Regierung hat ab April 2026 Politikkosten in Höhe von 150 Pfund pro Jahr (einschließlich der ECO-Abgabe und Grünstromabgaben) von den Haushaltsrechnungen gestrichen, und die Grundgebühren wurden um typischerweise 39 Pfund pro Jahr gesenkt. Energieminister Ed Miliband hat versprochen, die Durchschnittsrechnungen bis Ende des Jahrzehnts um rund 300 Pfund zu senken.
Ob dieses Versprechen die Realität übersteht, ist eine ganz andere Frage. Schattenenergieministerium Claire Coutinho hat argumentiert, dass die Rechnungen so oder so steigen werden, und bezeichnete das aktuelle Energiesystem als "unglaublich teuer."
Berichten zufolge ist auch ein staatliches Hilfspaket in Höhe von 53 Millionen Pfund für Haushalte geplant, die auf Heizöl angewiesen sind, obwohl die Details hierzu noch dünn sind.
Was sollten Sie jetzt konkret tun?
Martin Lewis' Rat ist gewohnt direkt: Wer einen variablen Tarif hat, sollte jetzt über eine Preisbindung nachdenken, bevor die Erhöhung im Juli greift. Die neue Preisobergrenze wird bis zum 27. Mai 2026 bekannt gegeben, sodass ein enges Zeitfenster zum Handeln bleibt.
Die unbequeme Wahrheit ist, dass Großbritannien einem perfekten Sturm gegenübersteht: kurzfristige Preisschocks durch geopolitisches Chaos, überlagert von langfristigen Infrastrukturkosten, die sich seit Jahrzehnten aufgebaut haben. O'Shea hat Recht, dass höhere Rechnungen unvermeidlich wirken. Die einzige wirkliche Frage ist: Wie viel höher, und wie lange?
Den Originalartikel lesen Sie bei der Quelle.

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