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Hertfordshire-Polizei nimmt Ermittlungen gegen Andrew Tate nach Eingreifen der Aufsichtsbehörde wieder auf

Nach Kritik an der ursprünglichen Fallbearbeitung nimmt die Hertfordshire-Polizei die Ermittlungen gegen Andrew Tate wieder auf. Alles zu den Hintergründen.

Hertfordshire-Polizei nimmt Ermittlungen gegen Andrew Tate nach Eingreifen der Aufsichtsbehörde wieder auf

Eine unter Druck stehende Behörde nimmt die Arbeit wieder auf

Die Hertfordshire Constabulary hat ihre Ermittlungen zu Vergewaltigungs und sexuellen Missbrauchsvorwürfen gegen den Influencer Andrew Tate wieder aufgenommen. Dieser Schritt erfolgt genau einen Tag nachdem die Polizeiaufsichtsbehörde angekündigt hatte, den ursprünglichen Umgang der Behörde mit dem Fall genau zu prüfen. Nichts motiviert einen Neuanfang so sehr, wie jemand, der einem über die Schulter schaut.

Die Vorwürfe, die der Polizei zwischen 2014 und 2015 gemeldet wurden, stammten von drei Frauen. Der Crown Prosecution Service prüfte den Fall zweimal, zunächst 2019 und erneut im September 2025, und entschied beide Male, dass nicht genügend Beweise für eine Anklage vorlägen. Tate bestreitet alle Vorwürfe mit dem, was sein Anwaltsteam als "schärfste mögliche Begriffe" bezeichnet.

Die Aufsichtsbehörde schaltet sich ein

Das Independent Office for Police Conduct (IOPC) bestätigte, dass es untersuchen werde, wie die Behörde mit den ursprünglichen Anzeigen umgegangen ist. Drei Beamte stehen nun unter Beobachtung: ein ehemaliger Detective Constable, dem wegen angeblicher Versäumnisse bei der ordnungsgemäßen Untersuchung ein Verfahren wegen groben Fehlverhaltens drohen könnte, sowie zwei ehemalige Detective Sergeants, gegen die wegen angeblichen Fehlverhaltens in ihrer Vorgesetztenrolle ermittelt wird.

Zum Hintergrund: Die Behörde hatte sich bereits im Dezember 2023 freiwillig an das IOPC gewandt. Die Aufsichtsbehörde hat also über zwei Jahre lang im Stillen Beweise gesammelt, bevor sie diesen Punkt erreichte. Das ist eine ziemlich lange Startbahn vor dem Abheben.

Die Frauen reagieren

Die drei mutmaßlichen Opfer veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der sie die Entscheidung zur Wiederaufnahme der Ermittlungen als "längst überfällig" bezeichneten. In ihrer vollständigen Erklärung hieß es: "Es ist längst überfällig, dass die Hertfordshire Constabulary die Ermittlungen zu unseren Vorwürfen wegen Vergewaltigung, sexuellen Missbrauchs und Körperverletzung durch Andrew Tate wieder aufnimmt."

Ihre Rechtsvertreter, McCue Jury & Partners, verfolgen zudem das Recht der Opfer auf eine Überprüfung der CPS Entscheidung vom September 2025. Kurz gesagt, sowohl die polizeilichen als auch die strafrechtlichen Entscheidungen werden gleichzeitig angefochten.

Ein Zivilprozess wirft seine Schatten voraus

Unterdessen ist für Juni 2026 ein separater Zivilprozess vor dem High Court angesetzt, der voraussichtlich fünf Wochen dauern wird. Dieser Fall betrifft die drei ursprünglichen Klägerinnen sowie eine vierte Frau. Das Zivilverfahren umfasst konkrete Vorwürfe, wie das Halten einer Waffe an das Gesicht einer Frau, Körperverletzung mit einem Gürtel und Würgen. Dies sind Behauptungen, die Tate zurückweist.

Sein Anwalt, Andrew Ford, hat auf die Entscheidungen des CPS verwiesen, als Beweis dafür, dass die rechtliche Schwelle für eine Anklage nicht erreicht wurde. Ob die wiederaufgenommenen strafrechtlichen Ermittlungen dieses Kalkül ändern, bleibt abzuwarten.

Umfassendere rechtliche Probleme

Dies ist bei weitem nicht Tates einzige juristische Kopfschmerzquelle. Er und sein Bruder Tristan sehen sich zudem separaten Auslieferungsverfahren von Rumänien nach Großbritannien gegenüber. Die Bedfordshire Police hat einen europäischen Haftbefehl im Zusammenhang mit Vorwürfen von Vergewaltigung und Menschenhandel erlassen, die andere Frauen zwischen 2012 und 2015 betreffen. Beide Brüder bestreiten auch diese Vorwürfe.

Es entsteht das Bild eines Mannes, der an mehreren Fronten in mehreren Ländern rechtliche Kämpfe ausficht, während er gleichzeitig eine beachtliche Online Anhängerschaft pflegt. Was auch immer man von Tate halten mag, die schiere Menge an gleichzeitigen Gerichtsverfahren ist bemerkenswert.

Wie geht es weiter?

Die wiederaufgenommenen Ermittlungen werden parallel zur Untersuchung des IOPC zu den beteiligten Beamten laufen, was eine ungewöhnliche Situation schafft, in der sowohl der ursprüngliche Fall als auch dessen Handhabung aktiv geprüft werden. Der Zivilprozess im Juni könnte zudem neue Beweise oder Zeugenaussagen in die Öffentlichkeit bringen.

Für die drei Frauen, die ihre Vorwürfe vor über einem Jahrzehnt erstmals meldeten, haben sich die Räder der Justiz in einem Tempo gedreht, gegen das Gletscher schnell wirken. Ob diese wiederaufgenommenen Ermittlungen zu etwas Sinnvollem führen oder in einer Sackgasse enden, ist eine Frage, die nur die Zeit und ordentliche Polizeiarbeit beantworten können.

Lesen Sie den Originalartikel unter Quelle.

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Written by

Daniel Benson

Writer, editor, and the entire staff of SignalDaily. Spent years in tech before deciding the news needed fewer press releases and more straight talk. Covers AI, technology, sport and world events — always with context, sometimes with sarcasm. No ads, no paywalls, no patience for clickbait. Based in the UK.