Google verkleinert still und leise sein Browser-Agent-Team, während die Welt im OpenClaw-Fieber ist

Google verkleinert still und leise sein Browser-Agent-Team, während die Welt im OpenClaw-Fieber ist

Erinnern Sie sich noch, als KI-Browser-Agenten alles verändern sollten? Google sicher schon. Der Tech-Riese baut derzeit das Team hinter Project Mariner, seinem KI-Agenten für das Web-Browsing, um, da die Industrie massiv auf Kommandozeilen-Coding-Tools wie OpenClaw und Claude Code umschwenkt. Manchmal kommt die Zukunft an, schaut sich kurz um und beschließt, dass sie lieber woanders sein möchte.

Was ist aus Project Mariner geworden?

Project Mariner war ein echtes Highlight auf der Google I/O 2025. Die Idee war überzeugend: ein KI-Agent, der in Ihrem Namen durch das Web navigiert, Formulare ausfüllt, Flüge bucht und generell die lästigen Aufgaben des Online-Lebens erledigt. Er erreichte sogar beeindruckende 83,5 Prozent im WebVoyager-Benchmark. Nicht schlecht.

Aber beeindruckende Demos und echte Marktakzeptanz sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Laut Berichten von Wired wurden mehrere Google-Labs-Mitarbeiter, die an Project Mariner gearbeitet haben, mittlerweile auf Projekte mit höherer Priorität versetzt. Google hat die Änderungen bestätigt, betont jedoch, dass die Computer-Nutzungs-Funktionen in die breitere Agenten-Strategie, einschließlich des Gemini Agent, integriert werden. Übersetzung: Die Technologie ist nicht tot, wurde aber gebeten, sich ein Büro zu teilen.

Es hat wahrscheinlich nicht geholfen, dass der Zugriff auf Project Mariner den Google AI Ultra-Plan für 249,99 Dollar pro Monat erforderte. Bei diesem Preis möchte man, dass der Agent auch die Wäsche wäscht.

Der OpenClaw-Effekt

Was hat Browser-Agenten also vom Thron gestoßen? Mit einem Wort: OpenClaw. Das Open-Source-Coding-Tool wurde im November 2025 vom Entwickler Peter Steinberger als Clawdbot veröffentlicht und explodierte förmlich, als es im Januar 2026 neu gestartet wurde. Innerhalb von nur 72 Stunden sammelte es 60.000 GitHub-Sterne. Bis Anfang März 2026 hatte es die Marke von 250.000 Sternen überschritten und damit React als das meistgefeierte Nicht-Aggregator-Softwareprojekt auf der Plattform überholt.

Lassen Sie sich das auf der Zunge zergehen. Ein Coding-Agent wurde auf GitHub beliebter als React. Die Bibliothek, auf der das halbe Internet aufgebaut ist.

Steinberger, der damit zweifellos Aufmerksamkeit erregt hatte, gab am 14. Februar 2026 bekannt, dass er zu OpenAI wechselt. Nichts sagt "Frohen Valentinstag" so sehr wie eine hochkarätige Einstellungsmeldung.

Browser-Agenten haben einen schweren Stand

Google ist mit dem Überdenken seiner Strategie nicht allein. Laut Wired-Berichten verzeichnete der ChatGPT Agent von OpenAI nach dem Start einen deutlichen Rückgang des Nutzerengagements, wobei genaue Zahlen schwer unabhängig zu verifizieren sind. OpenAI hat sein eigenständiges Operator-Produkt inzwischen in den ChatGPT Agent integriert und scheint sich auf spezialisierte Lösungen zu konzentrieren, darunter einen dedizierten Shopping-Agenten.

Das grundlegende Problem ist einfach: KI dazu zu bringen, zuverlässig durch das chaotische und sich ständig verändernde Web zu navigieren, ist extrem schwierig. Cloudflare-CEO Matthew Prince prognostiziert, dass der KI-Bot-Verkehr bis 2027 den menschlichen Web-Verkehr übersteigen wird, was den Rüstungswettlauf zwischen KI-Agenten, die das Web durchsuchen, und Websites, die sie stoppen wollen, ziemlich gut illustriert.

Wohin sich die Branche bewegt

Der Trend zu Kommandozeilen- und Coding-Agenten ergibt durchaus Sinn. Code ist strukturiert, vorhersehbar und operiert innerhalb klar definierter Regeln. Websites hingegen sind ein chaotischer Dschungel aus Pop-ups, Cookie-Bannern und Layouts, die sich nach Lust und Laune ändern.

Anthropic entwickelt Berichten zufolge eine Funktion namens Cowork, um die Fähigkeiten seines Claude Code-Agenten auch Nicht-Programmierern zugänglich zu machen. Meta hat im März 2026 die KI-Agenten-Social-Plattform Moltbook übernommen. Die gesamte Branche scheint sich einig zu sein, dass die wahre Chance in Agenten liegt, die mit Code arbeiten, anstatt sich mit Webbrowsern herumzuschlagen.

Das Fazit

Browser-Agenten sind nicht am Ende, aber sie wurden definitiv vom "nächsten großen Ding" zu einer "Funktion innerhalb eines größeren Ganzen" degradiert. Dass Google die Fähigkeiten von Project Mariner in den Gemini Agent integriert, ist ein pragmatischer Schritt, auch wenn ihm der Glanz eines eigenständigen Produkts fehlt. Der kometenhafte Aufstieg von OpenClaw beweist unterdessen, dass Entwickler KI-Tools wollen, die sie dort abholen, wo sie bereits arbeiten: im Terminal.

Die Lektion? In der KI gewinnt nicht immer die auffälligste Demo. Manchmal ist es das leise, praktische Tool, das in einer Kommandozeile läuft und alles verändert.

Lesen Sie den Originalartikel bei source.

D
Written by

Daniel Benson

Writer, editor, and the entire staff of SignalDaily. Spent years in tech before deciding the news needed fewer press releases and more straight talk. Covers AI, technology, sport and world events — always with context, sometimes with sarcasm. No ads, no paywalls, no patience for clickbait. Based in the UK.