Fernando Alonso verpasst den Suzuka-Medientag, um sein erstes Kind willkommen zu heissen
Fernando Alonso schwanzt den Medientag beim Japanischen Grand Prix nach der Geburt seines ersten Kindes mit Partnerin Melissa Jimenez. Er kehrt am Freitag an die Strecke zuruck.
Frischgebackener Vater: Alonso tauscht das Fahrerlager gegen den Kreissaal
Fernando Alonso, der Mann, der seit fast vier Jahrzehnten keine Anstalten macht, langsamer zu werden, hat endlich etwas Wichtigeres als eine Donnerstag-Pressekonferenz gefunden. Der 44-jahrige Aston-Martin-Fahrer schwanzt den Medientag beim Japanischen Grand Prix nach der Geburt seines ersten Kindes mit Partnerin Melissa Jimenez.
Ehrlich gesagt? Absolut verstandlich. Selbst ein zweifacher Weltmeister weiss, dass manche Dinge wichtiger sind als mit Journalisten uber Reifenstrategie zu sprechen.
Was wir wissen
Aston Martin bestatigten die Nachricht mit gewohnter Diskretion und erklarten, dass Alonso aus „personlichen familiaren Grunden" abwesend sein werde, jedoch „alles gut sei und er rechtzeitig zum Freitag an der Strecke sein werde." Das Team erwahnte das Baby nicht explizit und respektierte damit den Wunsch des Spaniers nach Privatsphare, obwohl die Paddock-Geruchteküche die Details fast sofort erganzten.
Jimenez, eine spanische Sportjournalistin, die fur DAZN als F1-Streckenreporterin arbeitet, hatte sich im dritten Trimester von ihren Moderationsaufgaben zuruckgezogen. Es ist ihr viertes Kind insgesamt, mit drei Kindern aus ihrer fruheren Ehe, aber das erste fur Alonso. Mit 44 Jahren hat der Spanier seinem Lebenslauf die Bezeichnung „Vater" hinzugefugt, der bereits 32 Grand-Prix-Siege und jene aufeinanderfolgenden Titel in 2005 und 2006 umfasst.
Jak Crawford springt fur FP1 ein
In Alonsos Abwesenheit beim Eroffnungstraining wird Reservefahrer Jak Crawford das Steuer des AMR26 ubernehmen. Bevor jemand zu viel in diesen Schritt interpretiert: Es war ohnehin bereits geplant. Die FIA-Vorschriften schreiben 2026 vier Rookie-FP1-Sessions pro Team pro Saison vor, sodass Crawford unabhangig von etwaigen storchbedingten Terminuberschneidungen bereits eingeplant war.
Es ist eine ordentliche Gelegenheit fur den jungen Amerikaner, auf einer der anspruchsvollsten Strecken im Kalender etwas Streckenerfahrung zu sammeln. Ob er aus einem Auto, das diese Saison, vorsichtig formuliert, etwas launisch war, nutzliche Daten gewinnen kann, steht auf einem anderen Blatt.
Das grosse Bild bei Aston Martin
Alonso kehrt in eine Garage zuruck, die gute Nachrichten dringend gebrauchen kann. Die Saison 2026 war fur Aston Martin bisher eine frustrierende, da Vibrationen des Honda-Antriebsstrangs fur anhaltende Kopfschmerzen sorgen. Weder Alonso noch Teamkollege Lance Stroll hat in diesem Jahr bisher eine vollstandige Grand-Prix-Distanz absolviert. Alonso selbst schied beim Chinesischen Grand Prix aus, nachdem er berichtet hatte, dass er aufgrund der Vibrationen kaum noch seine Hande und Fusse spuren konnte. Das ist alles andere als ideal.
Hondas Shintaro Orihara hat eingeraumt, dass das Team „nicht auf dem Niveau ist, auf dem wir sein wollten", wenn sie in ihr Heimrennen in Suzuka gehen. Das ist die Art von Untertreibung, die F1-Ingenieure zur Kunstform erhoben haben.
Das Urteil
Einen Medientag zu verpassen ist im grossen Gefuge einer Formel-1-Saison so ziemlich das Folgenloseste, was passieren kann. Alonso wird im Auto sein fur FP2, das Qualifying und das Rennen selbst. Die eigentliche Geschichte hier ist ein wirklich schoner personlicher Meilenstein fur einen der ganz grossen seines Sports.
Mit 44 Jahren zum ersten Mal Vater zu werden, wahrend man noch auf hochstem Motorsportniveau antritt, ist eine bemerkenswerte Sache. Die meisten Menschen in seinem Alter machen sich Sorgen um ihre Knie. Alonso macht sich Sorgen um Honda-Vibrationen und Windelnwechsel. Der Mann macht einfach keine halben Sachen.
Herzlichen Gluckwunsch an Fernando und Melissa. Und jetzt bringt das Auto auf Vordermann, Aston Martin. Der frischgebackene Vater hat schon genug, was ihn nachts wachhalt.
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