Erinnerung an Phil Campbell: Motörhead-Gitarrist stirbt im Alter von 64 Jahren
Eine walisische Rock-Legende
Die Heavy-Metal-Gemeinschaft trauert um den Verlust einer echten britischen Rock-Ikone. Phil Campbell, der legendäre Gitarrist, der vor allem für seine drei Jahrzehnte bei Motörhead bekannt ist, ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Laut einer kurzen Erklärung seiner Familie verstarb der Musiker friedlich nach einem mutigen Kampf auf der Intensivstation.
Campbell wurde in Pontypridd, Wales, geboren und wurde zu einer grundlegenden Säule der britischen Heavy-Metal-Szene. Seine Reise zur weltweiten Anerkennung begann Anfang der 1980er-Jahre mit der New-Wave-of-British-Heavy-Metal-Band Persian Risk. Doch seine Karriere nahm eine dramatische Wendung, als er 1984 bei Motörhead vorspielte. Frontsänger Ian "Lemmy" Kilmister hatte ursprünglich vor, nur einen Gitarristen einzustellen, war jedoch von beiden, Campbell und Michael "Würzel" Burston, so beeindruckt, dass er beide engagierte. Diese wegweisende Entscheidung prägte die Klanglandschaft der Band für Jahrzehnte.
Drei Jahrzehnte mit Motörhead
31 Jahre lang stand Campbell auf der rechten Bühnenseite und lieferte die treibenden Riffs und blitzschnellen Soli, die die späteren Ären von Motörhead definierten. Als längstes aktives Mitglied der Band nach Lemmy selbst waren seine kreativen Beiträge immens. Fans können sein unverkennbares Gitarrenspiel auf kritisch gefeierten Alben wie Orgasmatron, 1916 und Inferno hören.
Campbell war weit mehr als nur ein Begleitmusiker. Er war ein grundlegender Teil des Songwriting-Prozesses und half dabei, die Band durch ständig wechselnde musikalische Strömungen relevant, schwer und kraftvoll zu halten. Seine Hingabe ans Touren bedeutete, dass britische Fans sich stets auf eine Motörhead-Tournee verlassen konnten, die einen unprätentiösen, energiegeladenen Abend bot, der ausnahmslos ein außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis lieferte.
Unverwechselbarer Sound und Einfluss
Aus technischer Sicht besaß Campbell einen einzigartigen Spielstil, der traditionelle Blues-Elemente nahtlos mit dem aggressiven, schnellen Angriff verband, den Motörhead forderte. Er setzte bekanntermaßen auf Gibson-Les-Paul-Gitarren in Kombination mit brüllenden Marshall-Verstärkern und schuf damit eine Klangwand, die sowohl ohrenbetäubend als auch unglaublich präzise war.
Dieser geradlinige, schnörkellose Umgang mit seinem Equipment machte ihn zu einem Helden für unzählige aufstrebende Gitarristen in ganz Großbritannien. Er bewies, dass man kein endlos komplexes, teures digitales Equipment braucht, um einen erstklassigen Ton zu erzeugen. Seine verlässlichen, druckvollen Auftritte sprachen für sich und verzichteten auf die auffälligen Allüren, die mit Lead-Gitarristen seiner Ära oft verbunden werden.
Das Leben nach Motörhead
Nach dem tragischen Tod von Lemmy im Jahr 2015 und der darauf folgenden Auflösung von Motörhead zog sich Campbell nicht aus der Musikbranche zurück. Stattdessen kanalisierte er seine Trauer und seine anhaltende Leidenschaft für Rock in ein neues Projekt: Phil Campbell and the Bastard Sons. Diese dynamische Band bestand aus seinen drei Söhnen und Sänger Neil Starr. Durch unermüdliches Touren quer durch Großbritannien und Europa hielt die Gruppe den Geist des rohen Rock and Roll lebendig.
2019 veröffentlichte er zudem sein mit Spannung erwartetes Soloalbum Old Lions Still Roar. Das Album enthielt Gastauftritte von Rock-Royalty, darunter Alice Cooper und Rob Halford, was ein Zeugnis für den immensen Respekt war, den er in der globalen Musikgemeinschaft genoss.
Ein bleibendes Vermächtnis
Die Musikwelt hat einen stillen Giganten verloren. Huldigungen von Musikerkollegen und Fans strömen bereits ein und spiegeln alle ein gemeinsames Gefühl des tiefen Verlustes wider. Sein Gitarrenspiel mag nun verstummt sein, doch das monumentale musikalische Erbe, das er hinterlässt, wird künftige Generationen von Rock-Enthusiasten noch lange inspirieren.
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