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Der Mann, der einen Krankenhausbombenanschlag mit einer Umarmung verhinderte

Wie Nathan Newby aus Leeds 2023 mit ruhigem Gespräch und einer Umarmung einen Terroranschlag auf eine Geburtsstation verhinderte und dafür die George Medal erhielt.

Der Mann, der einen Krankenhausbombenanschlag mit einer Umarmung verhinderte

Ein außergewöhnlicher Akt des Mutes im St James's Hospital

Nathan Newby trat nach draußen für eine Zigarettenpause. Am Ende verhinderte er einen Terroranschlag auf eine Geburtsstation. Klingt das wie der Plot eines Films, dem man nie glauben würde? Nun ja, das echte Leben hatte schon immer ein Gespür für das Unwahrscheinliche.

Newby, 35 Jahre alt, aus Leeds, war am 20. Januar 2023 Patient im St James's Hospital, als er draußen vor dem Gebäude ein Gespräch mit einem Fremden begann. Dieser Fremde war Mohammad Farooq, ein 29-jähriger klinischer Hilfspfleger desselben Krankenhauses, der an jenem Abend mit einer selbstgebauten Druckkochtopfbombe mit knapp 10 kg Sprengstoff, einer Schusswaffe-Attrappe, einem Messer und Nägeln erschienen war.

Sein Ziel? Die Geburtsstation im Gledhow-Flügel. Sein erklärtes Vorhaben? So viele Krankenschwestern wie möglich zu töten.

Mehrere Stunden stillen Überredens

Die beiden Männer sprachen mehrere Stunden miteinander. Etwa eine Stunde nach Gesprächsbeginn enthüllte Farooq die Bombe. In diesem Moment wäre die meisten Menschen davongelaufen. Newby tat das Gegenteil. Er blieb ruhig, redete weiter und lenkte Farooq gezielt vom Gebäude weg.

Was folgte, war eine bemerkenswerte Übung in menschlicher Verbindung unter dem extremsten vorstellbaren Druck. Farooq, ein selbstradikalisierter Einzeltäter-Terrorist, inspiriert von der Ideologie des Daesh und angetrieben von tiefen persönlichen Groll, hatte diesen Anschlag akribisch geplant. Er hatte Anleitungen zum Bombenbau aus einer Al-Qaida-Publikation bezogen, sein Gerät den Bomben des Boston-Marathon-Anschlags von 2013 nachempfunden (mit doppelter Sprengkraft) und sogar die RAF Menwith Hill als primäres Ziel ins Auge gefasst, bevor er daran scheiterte, deren Sicherheitsmaßnahmen zu überwinden.

Das St James's Hospital war sein Plan B. Newby sorgte dafür, dass es ein bloßer Plan blieb.

Eine Umarmung, die alles veränderte

Hier nimmt die Geschichte ihre überraschendste Wendung. Im Verlauf ihres Gesprächs war es Farooq, der Newby um eine Umarmung bat. Nicht einmal, sondern mehrmals. Newby stimmte zu. Und dann kamen die Worte, die die Krise beendeten: „Ruf die Polizei, bevor ich meine Meinung ändere."

Genau das tat Newby.

Polizei und Bombenräumkommandos trafen ein und fanden einen einsatzbereiten Sprengsatz vor, der in einer belebten Geburtsstation katastrophale Opfer hätte fordern können. In Farooqs Auto entdeckten sie zusätzliches Sprengmaterial, einen Grundriss von vier Krankenhausstationen sowie die Attrappe einer halbautomatischen Gediz-Pistole im Kaliber 9 mm.

Gerechtigkeit und Anerkennung

Farooq wurde am 2. Juli 2024 nach einem dreiwöchigen Prozess am Sheffield Crown Court für schuldig befunden. Er hatte zuvor in mehreren Anklagepunkten schuldig plädiert, darunter Besitz von Sprengstoff in der Absicht, Leben zu gefährden, sowie Besitz von für Terroristen nützlichen Informationen. Am 21. März 2025 wurde er zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungsdauer von 37 Jahren verurteilt.

Richterin Cheema-Grubb bezeichnete Newby als „einen außergewöhnlichen, gewöhnlichen Mann", und es fällt schwer, dieser Einschätzung zu widersprechen.

Newby soll nun die George Medal erhalten, die zweithöchste Tapferkeitsauszeichnung für Zivilisten. Es ist das erste Mal, dass er öffentlich über das spricht, was in jener Nacht geschah, zeitlich abgestimmt auf die Verleihungszeremonie im März 2026.

Der stille Held

Was einen an dieser Geschichte am meisten beeindruckt, ist Newbys unaufgeregter Blick auf das Ganze. Er beschrieb Farooq als „wahrscheinlich einen netten Kerl", der „zu der Zeit durch schwere Zeiten ging", und sagte, er sei schlicht „zur richtigen Zeit am richtigen Ort" gewesen.

Das ist eine außerordentlich bescheidene Art, zu beschreiben, wie man einen Mann beruhigt, der mit genug Sprengstoff bewaffnet ist, um die Boston-Marathon-Bomben in den Schatten zu stellen. Doch vielleicht war genau diese Bescheidenheit das, was es zum Erfolg machte. Keine Konfrontation, kein heldenhafter Angriff, kein dramatischer Showdown. Einfach ein Mensch, der einen anderen Menschen wie einen Menschen behandelt, und damit unzählige Leben rettet.

In einer Zeit, in der uns ständig gesagt wird, wir sollten Angst haben, ist Newbys Geschichte eine leise, aber kraftvolle Erinnerung daran, dass Mitgefühl, selbst gegenüber jemandem, der schrecklichen Schaden anrichten will, die wirksamste Waffe von allen sein kann.

Den Originalartikel lesen Sie bei der Quelle.

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Written by

Daniel Benson

Writer, editor, and the entire staff of SignalDaily. Spent years in tech before deciding the news needed fewer press releases and more straight talk. Covers AI, technology, sport and world events — always with context, sometimes with sarcasm. No ads, no paywalls, no patience for clickbait. Based in the UK.