Community Shield zieht nach Cardiff, während The Weeknd das Wembley übernimmt
Fussball macht Platz für Popstars (Mal wieder)
Englands traditioneller Saisonauftakt macht in diesem Sommer die Koffer nach Wales fertig. Der Community Shield 2026 wurde vom Wembley ins Principality Stadium in Cardiff verlegt, und zwar auf den 16. August, denn der kanadische Megastar The Weeknd hat sich das Nationalstadion für seine After Hours Til Dawn Tour gesichert.
Ja, richtig gelesen. Das Spiel, das traditionell die englische Fussballsaison einläutet, wurde von einem Typen verdrängt, der "Weekend" falsch schreibt. Fussball ist eben ein komisches Spiel.
Warum der Terminalbtraum?
Die Nachwirkungen der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 sind eigentlich der wahre Schuldige. Da das WM-Finale am 19. Juli stattfindet, hat die Premier League den Start der Saison 2026/27 auf den 22. August verschoben. Diese Verschiebung hat den Community Shield in die Mitte des Augusts gedrängt, genau mitten in The Weeknds fünfnächtige Wembley-Residency.
Die Konzerttermine sind der 14., 15., 16., 18. und 19. August (der 17. August ist frei, vermutlich damit der Rasen in Wembley ein bisschen weinen kann). Da der Shield für den 16. geplant war, war schlichtweg kein Platz mehr.
Cardiff: Der bekannte Notfallplan
Das Principality Stadium ist für den Community Shield kein unbekanntes Terrain. Das Stadion mit einer Kapazität von rund 74.000 Plätzen war zwischen 2001 und 2006 sechsmal Austragungsort des Spiels, als Wembley eine Baustelle war und seinen massiven Umbau durchlief. Erst 2007 kehrte der Wettbewerb nach Wembley zurück.
Die Ausgabe von 2001, die damals noch im Millennium Stadium ausgetragen wurde, hat ein paar interessante Fussnoten. Es war das letzte Spiel unter dem alten Namen "Charity Shield" vor der Umbenennung und das erste Fussballspiel im Vereinigten Königreich, das unter einem geschlossenen Dach ausgetragen wurde. Nicht schlecht für ein Stadion, das manche englische Fans immer noch vergessen zu kennen.
Nicht das erste Mal, dass Wembley andere Pläne hatte
Das ist kein Neuland für den FA. Der Community Shield wurde 2012 ins Villa Park verlegt, als die Londoner Olympischen Spiele in Wembley Vorrang hatten, und 2022 ins King Power Stadium in Leicester, weil das Finale der Frauen-Europameisterschaft das Stadion belegt hatte.
Das Muster ist klar: Wembley ist ein viel beschäftigter Ort, und der Community Shield, bei all seinem Pomp, steht ziemlich weit unten in der Prioritätenliste, wenn Terminkonflikte entstehen.
Eine nützliche Generalprobe
Es gibt einen Silberstreifen am Horizont für walisische Fussballfans und Organisatoren gleichermaßen. Das Principality Stadium soll das Eröffnungsspiel der Euro 2028 ausrichten, die gemeinsam von England, Wales, Schottland und der Republik Irland ausgerichtet wird. Ein hochkarätiges Spiel wie der Community Shield vorab in Cardiff zu haben, dient als praktische Generalprobe für Logistik, Sicherheit und den Spieltagsbetrieb.
Für Fans, die nach Südwales reisen, bleibt die Innenstadtlage des Principality Stadiums einer seiner grossen Vorteile. Anders als beim weiten Weg nach Wembley kann man praktisch aus dem Cardiff Central Bahnhof stolpern und direkt in seinem Sitz landen.
Das Fazit
Ist es leicht absurd, dass ein Popkonzert eines der ältesten Spiele des englischen Fussballs aus seiner Heimat verdrängen kann? Vielleicht. Aber der Community Shield war schon immer ein verherrlichtes Freundschaftsspiel mit Pokal, und Cardiff ist ein absolut fähiger Gastgeber. Das Principality Stadium hat das Renommee, die Kapazität und die Infrastruktur, um eine richtige Veranstaltung auf die Beine zu stellen.
Fans der beiden Klubs, die den Shield austragen, sollten die Sache positiv sehen: Cardiff an einem Sommertag, ein ordentliches Stadion und ein Dach für den Fall, dass das walisische Wetter andere Pläne hat. Es könnte schlimmer sein. Es könnte Milton Keynes sein.
Den Originalartikel lesen Sie bei der Quelle.

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