Bompastor fordert bessere Schiedsrichter im Frauenfußball, nachdem Chelsea gegen Arsenal zwei Tore aberkannt wurden
Chelsea-Trainerin Sonia Bompastor fordert nach zwei aberkannten Toren im UWCL-Viertelfinale gegen Arsenal grundlegende Verbesserungen beim Schiedsrichterwesen im Frauenfußball.
Ein Nordlondoner Derby mit bitterem Nachgeschmack
Arsenal gewann das Hinspiel des Viertelfinales der Women's Champions League gegen Chelsea am 24. März 2026 mit 3:1, doch das Ergebnis erzählt nur die halbe Geschichte. Chelsea hatte zwei Tore aberkannt bekommen und traf zweimal den Pfosten, was Trainerin Sonia Bompastor zur Weißglut brachte und sie dazu veranlasste, grundlegende Veränderungen im Umgang mit dem Frauenfußball zu fordern.
Das Spiel im Emirates war bereits vor dem Anpfiff historisch. Es war das erste UWCL-Aufeinandertreffen zweier Klubs aus derselben Stadt. Was folgte, war ein echtes Spektakel, das jedoch von Entscheidungen überschattet wurde, die das Chelsea-Lager in Rage versetzten.
Was wirklich passierte
Chelsea startete stark und traf in der Anfangsphase zweimal das Holz. Doch es war Arsenal, das den ersten Treffer erzielte: Stina Blackstenius netzte in der 22. Minute ihr erstes Champions-League-Tor seit dem Finale der letzten Saison ein. Chloe Kelly erhöhte zehn Minuten später auf 2:0 und eröffnete damit ihr Konto für die Saison 2025/26.
Lauren James verkürzte in der 66. Minute auf 1:3 für Chelsea, doch alle Hoffnungen auf eine Aufholjagd wurden zunichte gemacht, als Alessia Russo in der 76. Minute das 3:1 erzielte. Russos Treffer war ihr achter in dieser UWCL-Saison und stellte damit den Rekord für die meisten Tore eines englischen Spielers in einer einzigen UEFA-Frauenklubwettbewerb-Saison auf. Sie wurde verdientermaßen zur Spielerin des Spiels ernannt.
Kim Little erreichte ebenfalls einen persönlichen Meilenstein und wurde erst der siebte Spieler, der 90 UEFA-Frauenklubwettbewerb-Einsätze absolviert hat.
Die Kontroverse
Hier wird es pikant. Chelsea hatte gleich zwei Tore von der rumänischen Schiedsrichterin Alina Pesu aberkannt bekommen. Veerle Buurmans Kopfballtreffer wurde wegen eines angeblichen Fouls an Laia Codina nicht anerkannt, und Kadeisha Buchanans Tor wurde wegen eines Fouls an Anneke Borbe aberkannt. Der VAR überprüfte beide Vorfälle und bestätigte jeweils die Entscheidung auf dem Platz.
Die ehemalige englische Kapitänin Steph Houghton, die für BBC Radio 5 Live kommentierte, bezeichnete die Entscheidung gegen Buurman als "ungeheuerlich". Chelsea-Verteidigerin Lucy Bronze zeigte sich ebenfalls wenig beeindruckt.
"Ich glaube nicht, dass irgendjemand auf dem Platz dachte, dass das ein Foul war, ehrlich gesagt, außer der Schiedsrichterin."
Bompastors Forderung nach Veränderung
Bompastor hielt sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel nicht zurück und machte einen grundsätzlichen Punkt über das Niveau der Schiedsrichterleistungen im Frauenfußball.
"Wenn man ein Viertelfinale der Champions League spielt, muss man den Frauenfußball mehr respektieren, man muss die Spielerinnen mehr respektieren, weil sie jede Woche hart arbeiten, um auf dem Platz eine gute Leistung zu zeigen."
Sie ging noch weiter und deutete an, dass Organisatoren, wenn der Frauenfußball keine Schiedsrichter auf dem erforderlichen Niveau hervorbringen kann, anderswo schauen sollten.
"Wenn das aus dem Männerfußball kommen muss, dann meinetwegen. Wenn es aus dem Frauenfußball kommt, dann sollte man die Besten einsetzen."
Es ist erwähnenswert, dass dies keine Einzelbeschwerde für Bompastor ist. Sie hatte zuvor bereits Bedenken wegen einer umstrittenen Entscheidung in Chelseas früherem UWCL-Spiel gegen Barcelona geäußert, an dem Catarina Macario beteiligt war. Der VAR steht in der Champions League zwar zur Verfügung, wird jedoch immer noch nicht in der WSL im Ligabetrieb eingesetzt, was der Debatte über Investitionen in den Frauenfußball eine weitere Dimension verleiht.
Wo steht das Duell jetzt?
Chelsea steht vor einem Rückstand von 1:3 im Hinspiel und tritt am 1. April 2026 (21:00 Uhr MEZ) im Rückspiel im Stamford Bridge an. Es ist ein steiler Berg zu erklimmen, aber angesichts der zwei aberkannten Tore und der zwei Pfostentreffer hätte dieses Duell leicht ausgeglichen sein können. Bompastor wird auf heimischem Rasen auf eine fairere Behandlung hoffen.
Ob man den Entscheidungen zustimmt oder nicht, Bompastor stellt einen berechtigten Punkt auf. Wenn der Frauenfußball auf höchstem Niveau ernst genommen werden soll, muss das Schiedsrichterwesen dem Anlass gerecht werden. Zwei strittige Entscheidungen in einem Champions-League-Viertelfinale sind für niemanden ein gutes Bild.
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