BET+ wird eingestellt: Schon wieder beisst ein Streaming-Dienst ins Gras
BET+ schliesst im Juni 2026 und zieht in einen BET Hub auf Paramount+ um. Was das fuer Abonnenten bedeutet und was es ueber die Zukunft des Streamings verraet.
Der Streaming-Friedhof bekommt einen neuen Bewohner
Wer schon eine Liste der Streaming-Dienste fuehrt, die verschwunden, fusioniert oder still und leise in groessere Plattformen aufgegangen sind, darf einen weiteren Namen hinzufuegen. BET+, die dedizierte Streaming-Heimat von Black Entertainment Television, schliesst im Juni 2026 seine Tueren. Der Dienst, der im September 2019 gestartet war, hielt sich rund sechs Jahre, bevor er in das stetig wachsende Paramount+-Imperium eingegliedert wurde.
Die Ankuendigung, gemacht am 13. Maerz 2026 von Louis Carr, Praesident von BET Networks, bestaetigt, was viele Branchenbeobachter schon laenger vermuteten: Eigenstaendige Nischen-Streamer werden zur bedrohten Art.
Was passiert eigentlich mit den BET+-Inhalten?
Bevor jemand in Panik verfaellt: Hier verschwinden keine Inhalte einfach ins Nichts. Ueber 1.000 Stunden BET+-Programm wandern in einen dedizierten BET Hub innerhalb von Paramount+. Man sollte das weniger als Abschaltung und mehr als einen erzwungenen Umzug betrachten, bei dem alle Lieblingssendungen eingepackt und in ein groesseres Gebaeude verlegt werden.
Serien, die fuer die Migration bestaetigt wurden:
- The Ms. Pat Show
- All the Queen's Men
- Zatima
- Average Joe
- Diarra From Detroit
- Sistas
- The Oval
Paramount hat versprochen, der BET Hub werde innerhalb der Plattform "prominent platziert und leicht auffindbar" sein. Ob das in der Praxis eine wirklich nuetzliche Erfahrung bedeutet oder nur eine kleine Kachel, die drei Scrolls tief vergraben ist, bleibt abzuwarten.
Der Tyler-Perry-Faktor
Ueber BET+ zu reden, ohne Tyler Perry zu erwaehnen, geht nicht. Er hielt einen 25-prozentigen Anteil an der Plattform. Im Rahmen der Neuordnung kaufte Paramount Skydance Perrys Anteil fuer einen Betrag auf, den Berichte als "mehrere zehn Millionen Dollar" beschreiben. Perry zieht sich jedoch nicht vollstaendig von BET zurueck. Sein neunstelliger Gesamtvertrag mit der BET Media Group laeuft bis 2028, sodass sein produktives Schaffen weiterhin ueber den neuen BET Hub auf Paramount+ zu sehen sein wird.
Erwahnenswert ist ausserdem, dass BET's linearer TV-Kanal, BET Studios und BET Digital weiterhin in Betrieb bleiben. Es geht konkret nur darum, dass die eigenstaendige Streaming-App den Betrieb einstellt.
Was bedeutet das fuer Abonnenten?
BET+ hat derzeit rund 3,5 Millionen Abonnenten, die entweder 5,99 Pfund pro Monat mit Werbung oder 9,99 Pfund pro Monat fuer ein werbefreies Erlebnis zahlen. Direkte BET+-Abonnenten sollen Berichten zufolge ein verguenstigtes Paramount+-Abonnement erhalten, um den Uebergang zu erleichtern, was eine anstaendige Geste ist, wenn man bedenkt, dass Paramount+ weltweit bereits rund 80 Millionen Abonnenten vorweisen kann.
Die eigentliche Frage ist, ob sich BET+-Abonnenten fair behandelt fuehlen. Paramount+ ist zweifellos eine groessere Bibliothek, aber ein Teil von BET+'s Reiz war seine kuratierte Ausrichtung auf schwarze Kultur und Unterhaltung. Dieses Profil in einem Hub innerhalb einer riesigen Plattform aufzuloesen, birgt das Risiko, genau die Identitaet zu verlieren, die jene 3,5 Millionen Abonnenten urspruenglich angezogen hat.
Das grosse Bild: Streaming-Konsolidierung schreitet unaufhoerlich voran
Das folgt einem bekannten Muster in den Streaming-Kriegen. Wir haben bereits beobachtet, wie HBO Max aufgesogen und umbenannt wurde, wie Discovery+-Inhalte hin und her verschoben wurden, und wie zahllose kleinere Dienste still und leise verschwunden sind. Die Aera, in der jedes Medienunternehmen seine eigene Streaming-App lancierte, scheint zu Ende zu gehen, abgeloest von einer Handvoll Mega-Plattformen, die Inhaltsbibliotheken wie ein korporativer Pac-Man aufsaugen.
Fuer Verbraucher hat Konsolidierung gemischte Folgen. Weniger Abonnements zu verwalten ist echte Bequemlichkeit. Aber weniger Wettbewerb fuehrt tendenziell zu hoeheren Preisen und weniger Anreiz zur Innovation. Wer in letzter Zeit bemerkt hat, dass seine Streaming-Rechnungen nach oben kriechen, dem ist dieser Trend ein wesentlicher Grund dafuer.
Das Urteil
BET+ hatte ein treues Publikum und eine klare Identitaet, aber in der Streaming-Landschaft von 2026 reicht das nicht aus, um als eigenstaendige Plattform zu ueberleben. Der Umzug in einen BET Hub auf Paramount+ sollte die Inhalte zumindest erhalten, auch wenn dabei etwas auf der Strecke bleibt. Ob Paramount den Hub als echte Prioritaet oder als nachtraeglichen Gedanken behandelt, wird entscheiden, ob dies eine clevere Konsolidierung war oder nur ein weiterer Fall, in dem eine grosse Plattform eine kleinere ganz und gar verschluckt.
Den Originalartikel lesen bei Quelle.
