Ben Duckett tauscht die Bierbar gegen das Schlagmal nach dem Ashes-Weckruf
Ben Duckett zieht nach einer enttäuschenden Ashes-Tour Konsequenzen: Der England-Opener verzichtet auf die IPL und setzt auf mehr Professionalität im Hinblick auf den Sommer.
Ein Winter zum Vergessen
Es gibt nichts Besseres als eine 4:1-Ashes-Klatsche, um den Kopf wieder klar zu bekommen. Für Englands Opener Ben Duckett geht die Selbstreflexion weit über Technik und Laufproduktion hinaus. Der 31-Jährige hat erklärt, dass mehr Professionalität nach einer Australien-Tour, die genauso viele Schlagzeilen abseits des Feldes produzierte wie auf ihm, nun eine "Priorität" sei.
Und seien wir ehrlich: die Leistungen auf dem Spielfeld waren auch nicht gerade weltbewegend. Duckett erzielte in 10 Ashes-Innings lediglich 202 Runs mit einem Durchschnitt von 20,20 und einem Topwert von 42. Für einen Mann, der 2016 gegen Bangladesch sein Test-Debüt gab, sind das Zahlen, die jeden Selektor mit einem funktionierenden Taschenrechner beunruhigen würden.
Das Noosa-Problem
Die Schlagstatistiken, so düster sie auch waren, traten in den Hintergrund gegenüber dem, was zwischen dem zweiten und dritten Test geschah. Während einer Pause in Noosa tauchte in den sozialen Medien ein Video auf, das Duckett in einem wenig nüchternen Zustand zu zeigen schien. Das war nicht gerade das Bild athletischer Höchstleistung, das der ECB im Sinn hatte. Die Aufnahmen lösten eine formelle Untersuchung aus, und plötzlich drohte "Bazball" in der Boulevardpresse als "Bar-Ball" umbenannt zu werden.
Für Duckett tragen solche Vorfälle zusätzlichen Ballast. Während der Ashes 2017/18, bei einer Tour mit den England Lions, war er in Perth in einen Barvorfallmit James Anderson verwickelt. Die geläufige Version besagt, dass Duckett Anderson ein Getränk über den Kopf schüttete, obwohl Duckett später enthüllte, dass Anderson zuerst ein Getränk auf ihn warf und ihn aufforderte, es ihm gleichzutun. Nur Ducketts Vergeltung wurde vom ECB-Sicherheitspersonal bemerkt, was sich anfühlt wie das Cricket-Äquivalent des zweiten Kindes, das als einziges vom Lehrer erwischt wird.
Taten statt Worte
Zu seiner Ehre muss man sagen: Duckett redet nicht nur. Er hat sich aus der Indian Premier League zurückgezogen, um sich auf die Wiederherstellung seiner Form für England zu konzentrieren. Das ist keine triviale Entscheidung. IPL-Absagen lösen typischerweise ein zweijähriges Sperr von zukünftigen Auktionen aus, was bedeutet, dass Duckett 2027 und 2028 vom Turnier ausgeschlossen sein könnte. Sein Teamkollege Harry Brook verbüsst derzeit eine ähnliche Sperre. Es ist die Art von Karriereopfer, die echtes Engagement demonstriert, auch wenn es bedeutet, auf eine beträchtliche Gage zu verzichten.
Duckett hat auch angedeutet, dass er sich vor dem Sommer mit Englands Cheftrainer Brendon McCullum zusammensetzen möchte. McCullum wurde zusammen mit Kapitän Ben Stokes und Geschäftsführer Rob Key nach dem ECB-Post-Ashes-Review bestätigt, sodass die Führungsgruppe trotz der australischen Enttäuschung intakt bleibt. Ob diese Kontinuität eine Stärke oder ein Bedenken ist, hängt von der eigenen Perspektive ab.
County Cricket als Bewährungsprobe
Der unmittelbare Fokus verlagert sich auf die County Championship, wo Ducketts Nottinghamshire ihre Titelverteidigung am 3. April mit einem Auswärtsspiel gegen Somerset beginnen, gefolgt von einem Heimspiel gegen Glamorgan auf dem Trent Bridge am 10. April. Konstante Runs im County Cricket werden entscheidend sein, wenn Duckett die letzten Zweifler zum Schweigen bringen möchte, bevor Englands erster Test gegen Neuseeland im Juni in Lord's beginnt.
Berichten zufolge erzielte Duckett in den internationalen Begegnungen des Winters lediglich ein einziges Half-Century, obwohl die genaue Anzahl der Innings je nach Quelle variiert. Was ausser Frage steht: Die Ergebnisse lagen weit unter seinen Möglichkeiten.
Das Fazit
Duckett steht an einem Scheideweg, dem viele talentierte Cricketspieler vor ihm begegnet sind: dem Punkt, an dem reine Begabung nicht mehr ausreicht und die Unterschiede zwischen internationalem Erfolg und Misserfolg auf Vorbereitung, Disziplin und Konstanz hinauslaufen. Die Tatsache, dass er offen den Bedarf an Veränderung anerkennt, ist ermutigend. Ob sich das in diesem Sommer in Runs niederschlägt, wird darüber entscheiden, ob dies ein Wendepunkt wird oder nur ein weiteres Versprechen nach einer Tour.
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