Alisha Lehmann hat 16 Millionen Follower und etwas zu beweisen bei Leicester

Alisha Lehmann hat 16 Millionen Follower und etwas zu beweisen bei Leicester

Die meistgefolgten Fussballerin der Welt hat genug vom TikTok-Klischee

Wer glaubt, Alisha Lehmann verbringt ihre Abende damit, auf Bildunterschriften zu zeigen und Trend-Tänze aufzuführen, dem würde sie sehr gerne ein paar Worte sagen. Die 27-jährige Schweizer Stürmerin, die im Januar 2026 zu Leicester City wechselte, ist die meistgefolgte Fussballerin der Welt, und sie weiss genau, dass manche Menschen denken, das sei alles, was sie ist.

Spoiler: dem ist nicht so.

Die Zahlen hinter dem Namen

Lehmann zählt knapp 16 Millionen Instagram-Follower und 11,8 Millionen auf TikTok. Zum Vergleich: Die englischen Nationalspielerinnen Chloe Kelly und Alessia Russo kommen Berichten zufolge auf etwa 1,5 Millionen bzw. 1,1 Millionen. Selbst die zurückgetretene USWNT-Legende Alex Morgan soll bei rund 9 Millionen liegen. Mit anderen Worten: Lehmann ist nicht bloss dem Rest der Gruppe voraus, sie befindet sich in einer völlig anderen Liga.

Dennoch beginnt die Diskussion um sie selten mit Fussball. Sie beginnt mit Content. Mit Follower-Zahlen. Mit der Annahme, sie sei eher Influencerin als Athletin. Sie hat alles gehört und musste lernen, damit umzugehen.

Eine Karriere, die für sich selbst spricht

Hier kommt der Teil, den die Kritiker gerne übersehen. Lehmann hat 66 Länderspiele für die Schweiz absolviert und ihr erstes als Teenager im Jahr 2017 bestritten. Sie verbrachte sechs Jahre in der Women's Super League bei West Ham, Everton und Aston Villa und kam dabei Berichten zufolge auf rund 108 WSL-Einsätze, 19 Tore und 10 Vorlagen. Stationen bei Juventus und FC Como in Italien erweiterten ihren Erfahrungsschatz, bevor sie diesen Winter nach England zurückkehrte.

Ihr Wechsel zu Leicester erfolgte mit einem Zweieinhalb-Jahres-Vertrag bis Sommer 2028 und war kein symbolischer Transfer. Die Foxes stecken in dieser Saison tief im Abstiegskampf, und Trainer Rick Passmoor hat sich deutlich dazu geäussert, was Lehmann der Mannschaft bringt. Er bezeichnete sie als "absolut unglaublich" und lobte ausdrücklich ihre Professionalität über ihr kommerzielles Profil.

In ihren bisher drei WSL-Einsätzen für Leicester hat sie 238 Minuten absolviert, ohne ein Tor oder eine Vorlage zu erzielen. Noch frühe Tage, gewiss, doch die Aufmerksamkeit, die ihr Profil mit sich bringt, bedeutet, dass Geduld vom Publikum selten gewährt wird.

Fussball zuerst, Content danach

Was die TikTok-Kritik besonders ironisch macht, ist die Tatsache, dass akademische Forschung Lehmanns Content-Strategie tatsächlich untersucht hat. Eine von IGI Global veröffentlichte Studie ergab, dass ihre sportlichen und professionellen Beiträge konstant das höchste Engagement erzielen. Auf Deutsch: Die Menschen folgen ihr wegen des Fussballs, nicht trotz ihm.

Das untergräbt ziemlich das Bild, sie sei eine Art Social-Media-Touristin, die zufällig ein Paar Fussballschuhe besitzt. Lehmann hat eine Marke aufgebaut, ja, aber sie ist im Sport verankert. Beides schliesst sich nicht gegenseitig aus, egal wie unangenehm das bestimmten Ecken des Internets sein mag.

Warum das über Leicester hinaus relevant ist

Der Frauenfussball wächst rasant, und Sichtbarkeit ist ein wesentlicher Teil dieses Wachstums. Lehmanns Reichweite führt die WSL einem Publikum vor Augen, das sonst vielleicht nie darauf gestossen wäre. Das als trivial abzutun, weil es in einem TikTok-Video verpackt ist, wirkt bestenfalls kurzsichtig und schlimmstenfalls wie Ausgrenzung.

Leicester braucht Ergebnisse. Lehmann braucht Zeit, um sich einzuleben. Und die breitere Fussballwelt könnte gut daran tun, die bequeme Annahme zu begraben, dass eine Frau nicht gleichzeitig massiv online beliebt und ihrem Sport wirklich verpflichtet sein kann. Die Beweise deuten darauf hin, dass sie beides problemlos unter einen Hut bringt.

Den Originalartikel lesen Sie bei Quelle.

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Written by

Daniel Benson

Writer, editor, and the entire staff of SignalDaily. Spent years in tech before deciding the news needed fewer press releases and more straight talk. Covers AI, technology, sport and world events — always with context, sometimes with sarcasm. No ads, no paywalls, no patience for clickbait. Based in the UK.